Herzhaftes

Süßkartoffel-Gnocchi mit Tomatensoße

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{Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung}  Ich erinnere mich noch gut an meine Zeit in der Grundschule. Freitags hatte ich nur drei Stunden Unterricht und dann ging es ab nach Hause zum exzessiven Malen von Mandalas oder, ganz wichtig, das Tauschen von Diddl-Blättern. Welche Situation mir aber besonders in Erinnerung blieb, war, als ich einmal einen Aufsatz zum Thema „Angst“ schreiben musste.

Damals bedeutete Angst für mich, ohne meine Eltern allein daheim zu sein. Und heute bedeutet Angst für mich mit diesen Worten einer Freundin aus dem Schlaf gerissen zu werden: „Kathi, wir müssen hier weg, es brennt!“ Das war Anfang Oktober genau während unserem Urlaub in Portugal nämlich der Fall. Der Wald brannte!

In diesem Moment brach bei mir Panik der Extraklasse aus. Und mit Sicherheit bleibt er mir noch lange in Erinnerung, denn so schnell habe ich mein ganzes Gepäck noch nie im Koffer gehabt. Mit meinen Chucks in den zitternden Händen statt an den Füßen fuhren wir zur Einfahrt unserer Urlaubsanlage.

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Dort bekamen wir die ersten Informationen zum Waldbrand und die Erklärung, dass wir solange vor Ort bleiben, bis es hier zu gefährlich würde. In Portugal hat es diesen Sommer ungefähr so selten geregnet wie hier bei uns in Deutschland.

Deshalb reichte wohl der kleinste Funke aus, um einen riesigen Waldbrand zu entfachen.

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Nach einem kurzen Tränenausbruch meinerseits verbrachten wir die Nacht in unserem Auto, das nach einiger Zeit von der herabfallenden Asche bedeckt war. Um es mal saarländisch auszudrücken, umgab uns ein so stechender Rauchgeruch, als würde um uns herum ein Schwenkerfestival stattfinden.

Wir sahen immer wieder die Flammen um uns herum, und die Sirenen der Einsatzkräfte wollten einfach nicht verstummen. Nach einigen Stunden hatte die Feuerwehr zum Glück das Feuer im Griff, bevor es unsere Urlaubsanlage erreichen konnte – und es war knapp. Ab Sonnenaufgang flogen im Sekundentakt Löschflugzeuge und Hubschrauber über uns. An Schlaf war gar nicht zu denken, denn mein Herz fühlte sich an, als würde es herausspringen.

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Etwas beruhigen konnte ich mich erst, als ich ein paar Stunden später im Flugzeug nach Deutschland saß und wusste, dass zu Hause mein bequemes Bett auf mich wartet. Den Schlaf konnte ich gut gebrauchen, denn letztlich waren wir nun schon fast 40 Stunden auf den Beinen. Das Ganze zu verarbeiten wird noch eine Weile dauern. Über mich fliegende Hubschrauber und heulende Sirenen machen mich auch nach über zwei Wochen noch etwas nervös.

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Nach all dem Trubel gibt es für mich deshalb gerade nichts Besseres, als es mir mit leckerem Essen und einem guten Wein zu Hause gemütlich zu machen. Süßkartofffel-Gnocchi mit einer fruchtigen Tomatensoße und dazu ein kräftiger Weißwein aus Spanien, und es kann – fast – nichts mehr schief gehen. Den gibt’s bei meinem Weinhändler des Vertrauens, Pinard de Picard  für 12,90 Euro pro Flasche.

Wusstet Ihr eigentlich schon, dass Süßkartoffeln dreimal so viel Zucker und viel mehr Stärke als herkömmliche Kartoffeln enthalten, aber den Blutzuckerspiegel nur sehr langsam ansteigen lassen. Zudem enthalten sie viele Mineralstoffe und ganz wenig Fett.

Auch Vitamine finden sich etliche in der orangefarbenen Knolle aus Südamerika. Denn der Gehalt an Betacarotin ist fast so hoch wie in Karotten. Unser Körper wandelt Betacarotin in Vitamin A um, was wiederum unsere Abwehrkräfte stärkt und zellschützend wirkt. Durch die vielen Ballaststoffe machen uns Süßkartoffeln länger satt und Vitamin E schützt unsere Zellen vor vorzeitiger Alterung. Ich finde die Süßkartoffel, die als eine der gesündesten und nährstoffreichsten Gemüsearten gilt, sollte viel öfter auf unseren Tellern Platz finden.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Nachkochen und Weintrinken und freue mich auf Eure Ergebnisse. Markiert mich auf Instagram oder setzt den Tag #kathikoestlich

 

Zutaten für 4 bis 6 Personen:

Für die Gnocchi:

  • 1 kg Süßkartoffeln
  • 150 g Mehl
  • 100 g Hartweizengrieß
  • 70 g Parmesan (gerieben)
  • 2 Eigelb
  • Salz, Muskatnuss

Für die Tomatensoße:

  • 3 Zwiebeln (geschält und gewürfelt)
  • 3 Karotten (geschält)
  • ½ Staudensellerie
  • 4 kg geschälte Tomaten
  • 1 kg Rippchen
  • Parmesanränder (Reste vom Parmesan, optional)
  • 50 ml Olivenöl
  • 1 Bund Basilikum
  • ¼ TL Fenchelsaat
  • 1 ½ TL Salz
  • 1 TL Chiliflocken (nach Geschmack)
  • 1 ½ EL Oregano
  • 8 bis 10 Lorbeerblätter
  • 1 Knolle Knoblauch
  • 1 Prise Zucker

Zusätzlich: Mehl zum Bemehlen der Arbeitsfläche, je eine Handvoll Rucola und Pinienkerne

Zubereitung:

  1. Für die Tomatensoße: Bratet die Rippchen in einer Grillpfanne an, bis sie braun sind. Anschließend könnt Ihr sie beiseite stellen.
  2. Schneidet den Sellerie und die Karotte in etwa 0,5 cm dicke Stücke. Gebt die beiden Zutaten zusammen mit den Zwiebeln und mit dem Olivenöl in einen großen Topf und dünstet alles für ein paar Minuten bei mittlerer Hitze an.
  3. Gebt nun die Tomaten mit in den Topf. Schält alle Knoblauchzehen der Knolle und schneidet Sie in grobe Stücke. Rührt diese zusammen mit den Lorbeerblättern und  der Fenchelsaat unter.
  4. Nun gebt Ihr vorsichtig die Rippchen in die Soße und kocht sie die gesamten 1,5 Stunden bei mittlerer Hitze mit.
  5. Tipp: Wenn Ihr Parmesanstücke aufgebraucht habt und nur noch der Rand übrig ist, hebt die Ränder auf und verpackt sie luftdicht. Die können ruhig schon einige Monate alt sein, laut Papa Köstlich. Kocht Sie mit in Eurer Soße, denn so bekommt Eure Tomatensoße einen noch intensiveren Geschmack.
  6. Nach der Hälfte der Zeit würzt Ihr mit Salz, Oregano, Chiliflocken und einer Prise Zucker Eure Soße.
  7. Nehmt nach 1,5 Stunden die Rippchen heraus. Diese könnt Ihr entweder als Füllung für Ravioli verwenden oder einfach abknabbern.
  8. Nun könnt Ihr den Basilikum grob hacken und mit zur Soße geben. Passiert anschließend die Soße durch die Flotte Lotte oder püriert sie fein mit dem Pürierstab.
  9. Die Soße könnt Ihr je nach Geschmack mit schwarzen Oliven, Rucola oder getrockneten Tomaten verfeinern. Und heiß in Weckgläser abgefüllt und luftdicht verschlossen hält sich die Soße eine ganze Weile.
  10. Für die Gnocchi: Schält die Süßkartoffeln und schneidet sie in grobe Würfel. Gart sie danach für etwa 20 Minuten in gesalzenem Wasser weich. Gießt dann das Wasser ab und lasst die Süßkartoffeln ordentlich im Topf ausdampfen.
  11. Anschließend mit dem Kartoffelstampfer oder besser noch einer Kartoffelpresse zu einer feinen Masse verarbeiten. Gebt dann die Eigelbe, das Mehl und den Parmesan dazu. Verknetet alles gut miteinander. Schmeckt anschließend den Teig mit Salz und Muskatnuss ab.
  12. Streut ordentlich Mehl auf Eure Arbeitsfläche und rollt aus dem Süßkartoffelteig etwa 2 cm dicke Stränge. Schneidet dann die Stränge in etwa 1,5 cm breite Stücke, die Ihr dann zu kleinen Kugeln formt. Rollt die Stücke mit einer Gabel ab um das Gnocchi-typische Muster zu erhalten.
  13. Füllt einen großen Topf mit reichlich Wasser und vergesst das Salzen nicht. Erhitzt das Wasser bis zum Siedepunkt und gart die Gnocchis nach und nach jeweils etwa für 3 Minuten darin. Wenn sie an die Wasseroberfläche steigen ist das Euer Zeichen, Sie rauszunehmen.
  14. Zum Schluss erwärmt Ihr Eure Soße erneut und verteilt die Gnocchi auf den Tellern. Gießt die Soße darüber und garniert das Ganze mit etwas Rucola und Parmesan.

 

Das Rezept gibt’s hier als Download