Unterwegs

GIN.LIEBE – Flüssige Liebe

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{Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung} Felix Kirsch hat ein Faible für Gin und hat sich über die Jahre viel Wissen darüber angeeignet. Dieses Wissen wollte er irgendwann teilen und eröffnete in Homburg einen kleinen Laden, „GIN.LIEBE“, den er nebenberuflich betreibt.

Es gibt kein richtig oder falsch. Es gibt nur: Es schmeckt oder schmeckt nicht“, erklärt Felix Kirsch, als ich gerade einen super geschmacks- und farbintensiven Gin auf Eis probiere und gerne wissen möchte, welches Tonic Water dazu am besten passt. Kirsch ist der Inhaber von „GIN.LIEBE“ in Homburg, einem im vergangenen Juni eröffneten Gin-Fachhandel. Wenn er mir bei dieser Frage nicht weiterhelfen kann, wer dann? Er rät mir und auch allen anderen Gin-Anfängern, sich bei der Tonic-Frage heranzutasten und sich einfach durchzuprobieren.

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In meinem Fall empfiehlt der 28-Jährige ein Tonic wie etwa das „Bone Dry“-Tonic von „Goldberg“, wenn man es etwas herber oder bitterer mag. Zu meinem mit Passionsfrucht, Mango und Hibiskusblüten infusionierten Gin von „Botanix Gins“ würde aber auch ein mediterranes Tonic super passen. Das Interessante ist, dass es egal mit welchem Gin unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten gibt. Denn nicht nur mit den Tonics lässt sich spielen, auch in Sachen Garnitur gibt es einige Varianten, die es sich zu testen lohnt. Der eine trinkt seinen Gin Tonic lieber mit einer frischen Zitronenzeste, der andere wiederum schwört auf eine getrocknete Grapefruitscheibe.

Zitrusfrüchte als ideale Garnitur

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Felix Kirsch hat für jeden Geschmack etwas im Sortiment

Hier sind geschmacklich keine Grenzen gesetzt. Aber grundsätzlich sei gesagt, dass es fast jeder Gin mag, wenn man Zitrusfrüchte dazu kombiniert. Besonders getrocknete Zitrusfrüchte sind sehr hochwertig. Diese stellt Kirsch mithilfe eines Dörrautomaten für seine Kunden selbst her. „Das ist zwar viel Arbeit, aber es lohnt sich“, sagt er. Über 24 Stunden hinweg trocknet er Zitrusfrüchte aller Arten. Gefriergetrocknete Früchte wie Himbeeren, Erdbeeren oder Physalis kauft er hingegen zu, aber dafür ist die Auswahl wirklich riesig.

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Die Welt des Gins ist so vielfältig und groß, dass ich bezweifle, darüber jemals auch nur im Ansatz einen groben Überblick haben zu können. Dank Experten wie Felix Kirsch ist das aber auch gar nicht notwendig. Er legt in seinem kleinen Laden „GIN.LIEBE“ höchsten Wert auf die individuelle Beratung seiner Kundschaft, und diese ist mindestens genauso vielfältig wie sein Sortiment. Vom 18-Jährigen bis hin zu seinem 90-jährigen Großvater sind alle Altersklassen vertreten. Aktuell bietet er 177 verschiedene Gins und 14 Sorten Tonic Water an. Kirsch mag vor allem kleine Hersteller und Destillerien, die besondere Produkte haben. Sein Ziel ist es, das Besondere, Versteckte und eher Geheime an den Mann und die Frau zu bringen.

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Kirsch legt großen Wert auf die Beratung seiner Kunden

Denn Gin ist beileibe nicht nur ein einfacher Wacholderschnaps, der als Hauptbestandteil in klassischen Gin-Cocktails wie Negroni oder Martini zu finden ist. Er kann mit super vielen anderen unterschiedlichen Botanicals hergestellt werden. Der englische Begriff Botanicals wird dabei auch hierzulande benutzt, da es keine richtig passende deutsche Übersetzung gibt. Darunter verstehen sich alle Pflanzengruppen, die in den verschiedenen Gins enthalten sind. Etwa Kräuter, Samen, Blätter, Hülsenfrüchte, Wurzeln, Rinden oder aber auch Früchte und Beeren. Das wichtigste Botanical ist und bleibt aber die Wacholderbeere, denn nur dank ihr darf sich der Gin auch Gin nennen.

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Es gibt klassische Gins, die mit nur einem Botanical auskommen. Man findet aber in den Regalen von „GIN.LIEBE“ auch einige Tropfen, die mit viel mehr Botanicals verfeinert wurden. Unter anderem finden sich zum Beispiel im saarländischen „Ferdinands“-Gin 36 handverlesene Botanicals, darunter roter Weinbergpfirsich, Quitte oder Lavendel. Auch im „Monkey 47“-Gin aus dem Schwarzwald sind – wie der Name schon verrät – stolze 47 Botanicals zu finden. Etwa Bitterorange, Kamille, Zimt oder auch Holunder.
Da es beim Thema Gin ja wirklich vor allem um den Geschmack geht, habe ich es mir nicht nehmen lassen, einen weiteren Gin neben dem zu Beginn erwähnten zu probieren. Dieses Mal verkoste ich den Gin aber nicht pur, sondern mit dem Tonic Water von „Goldberg“. Bevor Felix Kirsch seine Gin-Auswahl für mich trifft, fragt er selbstverständlich ab, welche Gins ich für gewöhnlich gerne trinke und was mir bisher so gar nicht zugesagt hat. Genauso geht er bei jedem anderen Kunden vor. Anhand der Geschmäcker kombiniert er, was dem Kunden gefallen könnte und was nicht.
Fündig wird bei „GIN.LIEBE“ jeder, denn unter all den Sorten findet sich immer ein passender Gin für wirklich jeden Geschmack. Natürlich darf nicht nur ich den Gin dort probieren, sondern auch alle anderen Kunden. Und für all diejenigen, die sich gleich durch mehrere Gins testen wollen, bietet „GIN.LIEBE“ auch 100 Milliliter-Abfüllungen an. So muss man nicht gleich viel Geld in eine Flasche investieren, die einem am Ende vielleicht gar nicht schmeckt.

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Geschenkkorb mit 100 ml-Abfüllungen in schwarzen Flaschen passendem Tonic, Garnitur und Verzehr-Empfehlung

Diese Abfüllungen gibt es in transparenten oder in edlen schwarzen Flaschen, die Felix Kirsch meist für Geschenkkörbe zusammenstellt. Hierbei dürfen gerne Wünsche geäußert werden – sowohl was den Geschmack als auch die Preise angeht. Erst kürzlich hat er einen Geschenkkorb für einen seiner Kunden zusammenstellen dürfen, bei dem nur blaue Gins für die Abfüllungen in Frage kamen. In den Geschenkkörben finden sich neben dem Hauptakteur Gin auch die passenden Tonics und eine individuelle Verzehr-Empfehlung des Inhabers.
„Die Erfahrung habe ich mir über die Jahre angetrunken“, erzählt Felix Kirsch. Hauptberuflich arbeitet er als Polizist. „Hauptsächlich bin ich in der Dienststelle in Homburg anzutreffen“, verrät er. „GIN.LIEBE“ betreibt er „nur“ nebenbei, sodass man vorab einen Termin vereinbaren sollte, wenn man shoppen möchte. Dies geht ganz einfach per Facebook, Instagram oder aber auch telefonisch. Wenn man Glück hat, ist er aber auch vor Ort und man kann spontan vorbeischauen oder man besucht den dazugehörigen Onlineshop.
Geschenkkörbe kann man ebenfalls über diese Plattformen bestellen und abholen. Falls „GIN.LIEBE“ dann mal nicht geöffnet sein sollte, kann man diese ganz problemlos nach Absprache in den umliegenden Geschäften abholen. „Wir haben da so eine Art Nachbarschaftskooperation“, erklärt Kirsch.

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Aber nochmals zu meinem Gin Tonic, der mir versprochen wurde. Nach Felix Kirschs Einschätzung sollte mir der „Mesano Dry Gin“ ganz gut schmecken. Dieser Stuttgarter Gin ist ein sogenannter Small Batch Gin, das heißt, dass dieser nur in einer geringen Menge produziert wird. Neben Wacholder wird er mit sizilianischer Blutorange, Zitronengras, Minze und Nelke verfeinert und enthält insgesamt 13 Botanicals. Als Garnitur für meinen Gin Tonic verwendet Kirsch getrocknete Physalis und Blutorange. Und was soll ich sagen? Felix Kirsch hat geschmacklich genau ins Schwarze getroffen. Der „Mesano Dry Gin“ steht seither ganz oben auf meiner Liste der Gins, die ich mir als nächstes zulegen möchte. Richtig lecker, nicht zu süß, aber dennoch fruchtig!
Preislich gesehen ist eine Flasche Gin natürlich immer eine kleine Anschaffung. Bei „GIN.LIEBE“ wird jedoch großen Wert darauf gelegt, dass das Preisgefüge sich immer an den Onlinepreisen orientiert und die Gins immer unter der UVP (Unverbindliche Preisempfehlung) verkauft werden. So kann man sicher sein, dass man seine Lieblingsspirituosen bei „GIN.LIEBE“ immer zu einem guten Preis bekommt und nicht von zu Hause aus doch online bestellen muss, um ein paar Euro zu sparen. Grundsätzlich bekomme man ab 30 Euro schon einen guten Gin. Der günstigste im Laden fängt bei 18 Euro für einen halben Liter an, der teuerste liegt aktuell bei etwa 350 Euro für eine limitierte Version von „Ferdinands“.

Buchbar für private Tastings

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Neben allem rund ums Thema Gin und Merchandise-Produkte wie Shirts, Mützen und Pullover mit „GIN.LIEBE“-Stickereien bietet Felix Kirsch auch Gin-Tastings an. Diese finden wegen zu hoher Nachfrage derzeit nicht öffentlich statt, sondern nur in geschlossenen Gruppen. Ab zwei Personen kann man ihn buchen, und auch hier geht der Inhaber wirklich auf alle Wünsche individuell ein. Sei es preislich, geschmacklich oder auch, was die Vielfalt angeht. Los geht es bei 35 Euro pro Person. Darin enthalten sind fünf verschiedene Gins mit dazu passendem Tonic Water und Garnitur inklusive einem etwa zweistündigen Programm. „Hierfür muss man sich um nichts kümmern, ich bringe alles mit und brauche nur einen Tisch“, scherzt Felix Kirsch. Aber nicht nur für Tastings kann man ihn buchen, sondern auch für jede andere Festivität wie zum Beispiel Hochzeiten oder Geburtstage.

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Ich habe gleich Lust bekommen, bei solch einem Tasting mal mitzumachen oder meinen letzten Geburtstag, der coronabedingt ausfallen musste, auf diese Weise nachzufeiern. So oder so lohnt es sich, einen Abstecher nach Homburg zu „GIN.LIEBE“ zu machen. Die riesige Auswahl und die individuelle Beratung sprechen wirklich für sich. Und so viel Liebe zu den Produkten muss meiner Meinung nach unterstützt werden. All diejenigen, die dem Gin noch nicht verfallen sind, werden spätestens nach einem Besuch bei Felix Kirsch zu echten Gin-Fans.

GIN.LIEBE
Karlsbergstraße 17
66424 Homburg
Telefon 06841-7398985
hallo@ginliebe.de
www.ginliebe.de
Termine/Öffnungszeiten nach Absprache

 

Die Printversion gibts in FORUM-Ausgabe 39/2021 – und auf der FORUM-Website.