Unterwegs

Café77 – Zeitreise mit Charme

Café77 Saarbrücken Retro Café

{Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung} Wer das „Café77“ besucht, begibt sich auf eine Zeitreise in die 70er-Jahre. Mit viel Liebe zum Detail hat Hacer Tekin hier ihren persönlichen Traum verwirklicht. Auch auf der Karte finden sich Klassiker vergangener Tage.

Den Charme der 1970er-Jahre in vollen Zügen genießen – und das nicht nur optisch, sondern auch kulinarisch: Das ist seit April dieses Jahres in der Saarbrücker Eisenbahnstraße im „Café77“ möglich. Der Name kommt natürlich nicht von ungefähr, sondern spiegelt das Geburtsjahr der Inhaberin Hacer Tekin wider.

Hacer Tekin hat viel Herzblut in ihren Traum vom eigenen Café gesteckt

Betritt man das großräumige Lokal, begibt man sich sofort auf eine kleine Zeitreise. Mein Blick fällt als Erstes auf das einladende Chesterfield-Sofa in der Mitte des Cafés. Daneben steht ein altes Radio, aus dem leise Musik ertönt. Gleich daneben entdecke ich ein Grammophon – das erinnert mich sofort an meine Kindheit, denn auch bei Freunden meiner Eltern stand eines im Wohnzimmer. An den leicht knisternden Sound erinnere ich mich gerne zurück.

Im „Café77“ trägt der Vintage-Look wesentlich zur gemütlichen Atmosphäre bei. Diesen großzügigen Raum mit Wärme und Charme zu füllen, war während der dreimonatigen Renovierungsarbeiten sicher keine einfache Aufgabe. „Wir waren von morgens bis abends damit beschäftigt, alles auf Vordermann zu bringen“, erzählt die 48-jährige Inhaberin. Für sie stand von Anfang an fest: Das Café sollte mit dem Charme vergangener Jahrzehnte ausgestattet sein – ein Stil, für den sie einfach ein Faible hat. Die Liebe zum Detail zeigt sich nicht nur in der Einrichtung, sondern auch in den vielen kleinen Accessoires, die überall im Café verteilt sind.

Mit Liebe zum Detail: Der Vintage-Look der Einrichtung schafft eine gemütliche Atmosphäre

Hacer Tekin träumte schon lange den Traum vom eigenen Café. Trotz ihrer langjährigen Erfahrung in der Gastronomie – unter anderem im Catering, einer Trattoria und dem Café ihres Neffen – zögerte sie lange. Würde sie dem Druck der Selbstständigkeit gewachsen sein? Erst als ihr Sohn Atakan Tekin sie dazu ermutigte, rückte der Traum endlich in greifbare Nähe. Gemeinsam begaben sie sich auf die Suche nach passenden Räumlichkeiten. Sie wollten eigentlich nur ein kleines Lokal für zehn bis 15 Gäste, fanden aber nichts in dieser Größe. So fiel die Wahl schließlich auf die Räume der ehemaligen „La Sandwicherie“.

Abende mit Live-Musik oder Karaoke sind ein Highlight

Anfangs war Hacer Tekin skeptisch: Waren die großen Räume wirklich geeignet? Doch sie erkannte das Potenzial. „Auf den ersten Blick wirkte es wie ein großer Lagerraum, aber die freihängenden Balken und Dachfenster haben mich überzeugt“, sagt sie. Heute schmücken grüne Ranken besagte Balken und verleihen dem Café ein natürliches Flair – am Rande der Innenstadt und doch im Grünen. Mindestens 60 Personen finden hier inzwischen Platz. Selbst am Wochenende kann man spontan vorbeikommen und bis 15 Uhr frühstücken. Für größere Gruppen freut sich das Team auch über Reservierungen. Sogar Trauerfeiern können im „Café77“ abgehalten werden.

Abends kann das Lokal zudem für Feiern wie beispielsweise Geburtstage gemietet werden. Getränke stellt das Café, und kulinarisch hat man die Wahl zwischen hausgemachten Schnittchen und kalten Platten oder einem externen Catering-Service – ganz flexibel. Ein Highlight ist der monatliche Livemusik-Abend: Jeden ersten oder zweiten Samstag im Monat ab 21 Uhr gibt es Musik – inklusive aufmerksamem Service und guter Bewirtung. Auch Karaoke-Abende finden dort statt. Sie sind sogar so beliebt, dass sich viele Gäste häufiger Termine wünschen. Vielleicht wird dieser Wunsch ja bald erhört. Auch Kinder sind immer willkommen, und wer nicht gut zu Fuß ist, kann den Aufzug zur Toilette im Untergeschoss nutzen.

Vom Chesterfield-Sofa aus hat man einen wunderbaren Blick auf das ganze Café – den Eingangsbereich, die Theke und besonders eine eindrucksvolle Fotowand. Dicht an dicht hängen dort Schwarz-Weiß-Fotos in schwarzen Rahmen. „Zwei Wochen haben wir daran gearbeitet“, erzählt Hacer Tekin stolz. Viele Rahmen wurden extra schwarz lackiert. Die Wand zeigt viele Persönlichkeiten früherer Jahrzehnte, beispielsweise Elvis Presley oder Marilyn Monroe, aber auch Fotos aus Tekins Kindheit. Einige davon wurden mit der Polaroidkamera ihrer Eltern aufgenommen, die ebenfalls ausgestellt ist. Tekins Sohn hat sich ebenfalls eingebracht und mit Freunden Fotos im Stil der 70er-Jahre nachgestellt. Wie viele es insgesamt sind, weiß die Inhaberin selbst nicht, doch die Fotowand ist ein echter Hingucker. Davor steht ein alter Flügel. Ob er noch spielbar ist, sei dahingestellt, aber optisch ist er ein echter Hingucker. Zehn Personen haben ihn in fünf Einzelteilen ins Café getragen.

Backwaren und Eier stammen aus der Region

Kulinarisch starten wir unseren Besuch mit klassischem Kastenkuchen mit Schokostreuseln und einem Cappuccino mit Hafermilch. Dieses Mal begleitet mich meine Bonusschwester. Wir sind ein eingespieltes Team in Sachen Kaffee trinken. Die Karte bietet Klassiker und Trends: Iced Strawberry Matcha, Iced Vanilla Pistachio Latte – serviert in stilvollen Gläsern mit Holzdeckel. Frühstücksliebhaber können zwischen Angeboten wie „Retro-Brunch“ oder „Flower-Power“-Frühstück wählen, jeweils für eine oder zwei Personen. Die Backwaren stammen von der Bäckerei „Mischo“ aus Gersheim, die Eier vom „Geflügelhof Lorson & Sohn“ aus Wadgassen.

Nach dem Interview sind wir hungrig: Meine Begleitung probiert „Purple Paradise“ – eine erfrischende Frühstücks-Bowl mit pürierten, gefrorenen Früchten, Joghurt, Acai-Pulver und zahlreichen Toppings wie Obst, Nüssen und Granola. Ich entscheide mich für Pancakes. Eigentlich die klassische Version, doch Hacer Tekin empfiehlt mir eine Variante mit Pistaziencreme. Die vier gestapelten Pancakes werden von einer Kugel Vanilleeis gekrönt. Eis zum Frühstück? Warum nicht? Es passt wunderbar. Die Pancakes sind fluffig, mit viel frischem Obst und köstlicher Pistaziencreme – auch zwischen den einzelnen Lagen. Eine echte Empfehlung!

Die Pancakes mit Pistaziencreme sind eine echte Empfehlung. Gefrühstückt werden kann bis 15 Uhr

Obwohl wir satt sind, probieren wir auch den Favoriten der Gäste: „Avo-Love“. Eine reichlich belegte Stulle mit Avocadocreme, Rucola, Tomaten, Walnüssen, Granatapfelsirup und Rührei – für 9,90 Euro eine üppige Portion und auch als Mittagessen geeignet. 

Die „Avo-Love“-Stulle ist üppig und lecker

Das Café ist auch bei Mitarbeitenden der umliegenden Firmen beliebt – etwa der Sparkasse oder der „Saarbrücker Zeitung“ – sowie bei vielen Studierenden der HTW Saar. Besonders in den frühen Nachmittagsstunden herrscht eine entspannte, fast familiäre Stimmung – ideal zum Lernen, Lesen oder einfach zum Abschalten vom Alltag.

Alle Gerichte können auch vorbestellt und abgeholt werden – ideal fürs Büro oder zu Hause. Fazit: Das „Café77“ ist optisch wie kulinarisch unbedingt einen (oder mehrere) Besuche wert.

Café77
Eisenbahnstraße 45
66117 Saarbrücken
info@cafe77sb.de
www.cafe77sb.de
Telefon 0681-83048677
Öffnungszeiten:
Di. bis Fr. 9 bis 17 Uhr, Sa. und So. 9.30 bis 16 Uhr
Küche bis 15 Uhr

Die Printversion gibts in FORUM-Ausgabe 32/2025 – und auf der FORUM-Website.