Unterwegs

Eden – Vegetarische Vielfalt

{Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung} Mit dem „Eden“ haben sich die gastro­nomischen Quereinsteiger Florian Wätzmann und Rochan Nanthakumar einen kleinen Traum er­füllt. Das merkt man an der Liebe zum Detail – im Gastraum ebenso wie auf dem Teller.

Always open for nice people“ – also „Immer offen für nette Leute“ – steht prominent auf dem Schild des Restaurants „Eden“, gleich neben dem Namen. Das fällt sofort ins Auge, wenn man die Mainzer Straße in Saarbrücken entlanggeht. Diesen Grundsatz haben sich die beiden Chefs des „Eden“, Florian Wätzmann und Rochan Nanthakumar, auf die Fahne geschrieben. Sie wollten mit der Eröffnung ihres ersten gemeinsamen Restaurants einen Ort für alle schaffen, die es gut mit ihnen meinen.

Florian Wätzmann (links) und Rochan Nanthakumar leben ihren Traum | Fotocredit: Eden Gastro UG

Viele, die den Weg ins „Eden“ finden, werden – genau wie ich – durch die kunstvoll gestaltete Außenfassade aufmerksam. Die rostrote und mit Holz verkleidete Hauswand zieht sofort alle Blicke auf sich. Schon während der Bauphase wurden viele Leute entsprechend neugierig und ungeduldig. Um es möglichst spannend zu machen, hatte Rochan Nanthakumar, der kreative Kopf des „Eden“, regelmäßig neue Ideen, die Fensterfront zu gestalten. Doch hinter den Kulissen ging es noch kreativer und chaotischer zu, wie mir die beiden Chefs erzählen.

Die rostrote und mit Holz verkleidete Hausfassade des „Eden“
„Always open for nice people“ ist der Grundsatz des „Eden“

Mit vielen helfenden Händen von Freunden und Familie haben Wätzmann und Nanthakumar neun Monate lang umgebaut – und so aus einem dunklen, geradlinigen Burgerladen einen kreativen Ort mit Wohlfühlambiente für Jung und Alt geschaffen. Bevor der Gastraum fertiggestellt war, startete im Dezember vergangenen Jahres schon das Außer-Haus-Geschäft. „Der Lieferservice ist wirklich wahnsinnig gut angelaufen“, erzählt Nanthakumar. Zu dieser Zeit stand sogar ein Weihnachtsbaum auf der Baustelle. „Während der Bauzeit sind sowieso viele lustige Geschichten entstanden, an die wir gerne zurückdenken“, ergänzt Wätzmann. Der 28-jährige gelernte Steuerberater hatte bis zum Start des „Eden“ nichts mit der Gastrobranche zu tun. Ebenso wenig wie sein Kompagnon, der zuvor in der Foto- und Filmbranche tätig war und Gründungsmitglied des Künstlerkollektivs „Sektor Heimat e.V.“ am Saarbrücker Osthafen ist.

Die Theke des „Eden“ greift die Form der Bogenfenster auf, alles ist mit Liebe zum Detail gestaltet

Um finanziell besser aufgestellt zu sein, gingen beide während der Umbauphase noch ihren eigentlichen Jobs nach. „Weshalb auch leider ziemlich viel Privates in die Brüche ging“, erzählt Wätzmann. Die Doppelbelastung stellte alle erheblich auf die Probe. Doch Nanthakumar und Wätzmann steckten das weg, denn sie verbindet bereits eine lange Geschichte: Kennengelernt haben sie sich in Saarbrücken schon als Jugendliche über einen gemeinsamen Freund, später wohnten sie sogar in einer WG zusammen. Diese Nähe hilft ihnen, auch in stressigen Phasen Kompromisse zu finden. „Es ist manchmal wie in einer Beziehung“, sagt Wätzmann. „Man muss sein Ego zurückstellen und konstruktiv bleiben.“

Im Projekt steckt viel Herzblut

Beiden war klar, dass sie hier dank ihres Vermieters eine riesige Chance bekommen hatten, sich selbst zu verwirklichen. Also steckten sie viel Schweiß und all ihr Herzblut in das Projekt „Eden“ – ohne Investor, nur mit eigenen Mitteln. Am 15. März war es schließlich so weit: der Tag der Eröffnung.
Apropos: Als ich zusammen mit Mama Köstlich, meiner heutigen Begleitung, das Restaurant betrete, fällt uns sofort die große Empore ins Auge. Allein für den Bau dieser Konstruktion wurden 800 Kilo Stahl angeliefert und verarbeitet. Das Endergebnis hatte Rochan Nanthakumar immer vor Augen – auch wenn es dafür nie ein genaues Konzept oder eine Skizze gab. Entsprechend musste er seinen Kollegen, der für ihn alles zusammengeschweißt hat, erst von seiner Idee überzeugen.
„Ich war im ständigen Kampf mit ihm“, erinnert sich Nanthakumar. Aber der Aufwand hat sich gelohnt, denn am Ende musste sein Kollege eingestehen, dass Nanthakumar recht hatte und alles perfekt zusammenpasst. Wirklich ein toller Blickfang!

Der Gastraum des „Eden“

Aber nicht nur die Empore lenkt die Blicke auf sich. Die von Wätzmann und vielen Helfern freigelegte Backsteinwand ist ebenso ein echtes Highlight. Auch die übrigen Wände wurden mit einer besonderen Spachteltechnik bearbeitet, um einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Weiter hinten im Gastraum fällt die Theke auf, deren Form die Rundungen der Bogenfenster aufgreift. Dekoriert ist sie mit vier großen Buchstaben – dem Namen des Lokals. Diese Buchstaben hatte Nanthakumar schon länger in seinem Fundus – eigentlich waren sie einmal für seinen eigenen Garten gedacht. Doch bei der Namenswahl stand schnell fest, dass „Eden“ zum bunten, kunstvollen und vegetarischen Konzept passen sollte. „Eden“ fanden sie eingängig, aussprechbar und auf Anhieb passend.

Vegetarisches Konzept wegen Urlaubstrauma

Vom vegetarischen Konzept hingegen musste Nanthakumar seinen Kompagnon erst einmal überzeugen. Während seiner Reise durch Südamerika erlebte er in Nicaragua, wie direkt neben ihm eine Schildkröte zerlegt wurde. Von da an lebte er auf seiner Tour vegetarisch – und stellte fest, wie wenig gute Angebote es für fleischfreie Küche gibt. Zurück in Saarbrücken war ihm klar: Das „Eden“ sollte zeigen, wie vielfältig vegetarische Küche ohne Ersatzprodukte sein kann. „Die Ernährung wird zunehmend bewusster, daher denken wir, dass wir mit unserer Speisekarte viele überzeugen können“, betont Nanthakumar. Ergänzt wird dieses Konzept durch regionale Partner: Eis beispielsweise kommt nicht von großen Ketten, sondern von „De Lorenzo“ in Saarbrücken. Und auch beim Wein setzen sie auf Nähe – künftig möchten sie die Karte mit Weinen vom „Weingut Zens“ aus Perl bereichern.
Wachsen soll der Betrieb organisch und mithilfe des Feedbacks der Gäste. Natürlich ist vieles auch eine Frage des Geldes, sodass bei der Einrichtung einige Abstriche gemacht werden mussten. Die Stühle stammen zum Beispiel vom Außenbereich eines Restaurants in St. Ingbert. Sie wurden allesamt aufgekauft, auseinandergebaut und restauriert. Da manche Gäste die Bequemlichkeit zu Beginn bemängelten, gibt es inzwischen Sitzkissen für mehr Komfort. „Wir möchten uns gemeinsam mit unserem Team als Neulinge beweisen und etablieren“, erklärt Wätzmann. Das braucht Zeit und bringt ab und an auch etwas Chaos in den Alltag – doch die charmante Art der beiden Chefs und ihres Betriebsleiters Nathanael Klauck gleicht das wieder aus.

Speisekarte hat vielseitiges Angebot

„Grape Nate“ (rechts) und Crémant Maracuja

Wir starten unseren Abend im „Eden“ mit einem Drink. Mama Köstlich entscheidet sich für einen Crémant Maracuja, der mich ebenfalls anlacht. Ich folge trotzdem der Empfehlung von Rochan Nanthakumar und nehme den „Grape Nate“ – einen Cocktail aus Gin, Aperol, Trauben, Salz und Zitronensaft. Herber als erwartet zwar, aber dank aufgespießter Trauben und luftigem Schaum obendrauf ein echter Hingucker.

Hummus mit Fladenbrot. Ideal als Vorspeise zum Teilen

Als Vorspeise wählen wir Hummus – klassisch mit Kichererbsen, Tahin, Zitronensaft und Knoblauch, garniert mit Petersilie und serviert mit Fladenbrot. Ideal zum Teilen und ein Gericht, das perfekt ins Konzept passt, denn Hummus ist üblicherweise vegan. Wer es spannender mag, bestellt den „Pink Hummus“ mit Roter Bete.

Wrap mit Süßkartoffelpommes
Spicy Gochujang Pasta

Als Hauptspeise nimmt Mama Köstlich den „Inka Wrap“, einen knusprigen Tortilla-Wrap mit Süßkartoffelpommes, Chili-Mayo, Cheddar, Mozzarella, Spinat, Erdnüssen, eingelegten Zwiebeln und Gemüse. Vor allem der Crunch der Erdnüsse begeistert. Ich entscheide mich für die „Spicy Gochujang Pasta“. Die Tagliatelle mit koreanischer Würzpaste aus Klebreismehl, Sojabohnen, Chili und Reissirup haben es in sich – genau richtig für alle, die es scharf mögen. Besonders gelungen finde ich die frischen „Smash-Gurken“ und die Garnitur mit Frühlingszwiebeln und Pak Choi. Die Speisekarte des „Eden“ ist wirklich vielseitig und lässt keine vegetarischen Wünsche offen. Neben Pasta und Wraps gibt es Bowls, Currys oder „Loaded Fries“, die ich unbedingt bei weiteren Besuchen probieren möchte. Ebenso habe ich mir die „Muhammara mit Bohnenpüree“ vorgemerkt.
Und ganz ehrlich: Im „Eden“ geht es nicht nur ums Sattwerden. Hier steckt ganz viel Herzblut drin, und das merkt man in jedem Detail – auf dem Teller genauso wie im Gastraum. Florian Wätzmann und Rochan Nanthakumar haben einen Ort geschaffen, der bunt, lebendig und irgendwie richtig gemütlich ist. Für mich jedenfalls steht fest: Das war nicht mein letzter Besuch.

Eden
Mainzer Str. 26
66111 Saarbrücken
Telefon 01578-9042287
kontakt@eden-saarbruecken.de
www.eden-saarbruecken.de
Öffnungszeiten:
Mo. bis Sa. 17 bis 22 Uhr

Die Printversion gibts in FORUM-Ausgabe 41/2025 – und auf der FORUM-Website.