Café Liebich – Weit mehr als nur ein Getränk
{Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung} Das „Café Liebich“ ist ein beliebter Anlaufpunkt unserer Autorin. Das liegt zum einen am gemütlichen Ambiente, zum anderen an der Kaffeebesessenheit von Inhaber Daniel Müller. Er hat das Getränk zur Wissenschaft erhoben und kitzelt die tollsten Aromen heraus.
An diesem Ort habe ich rückblickend viele Stunden mit meiner Freundin verbracht, während wir beide gemeinsam in Elternzeit waren: „Café Liebich“ in der Saarbrücker Fröschengasse. Etwas versteckt und nicht so ganz trubelig hinter dem St. Johanner Markt verbirgt sich das kleine, aber dennoch wirklich geräumige Café. Ein besonderer Pluspunkt für uns zu diesem Zeitpunkt war der ebenerdige Eingang – sehr kinderwagenfreundlich. Damals, kurz nach der Eröffnung im Sommer 2023, gab es dort zwar noch keinen Wickeltisch, dennoch waren wir stets willkommene Gäste. Mittlerweile ist Daniel Müller, der Inhaber, selbst zweifacher Vater und hat sich von seiner Frau Kathrin überzeugen lassen, im Toilettenraum des Cafés eine Wickelstation zu integrieren.

Während meines Gesprächs mit Daniel Müller lerne ich ihn als absoluten Familienmenschen kennen. Ebenso schlägt sein Herz aber auch für das Thema Kaffee. Dennoch begann sein beruflicher Werdegang fernab der Gastronomie – als Teamleiter bei einem internationalen Sportartikelhersteller und -händler. Während seiner Zeit dort entwickelte er aber zunehmend Interesse an der vielfältigen Welt des Kaffees. „Nicht ganz unschuldig daran war auch die kleine Espressomaschine von Kathrins Oma“, erklärt der 35-Jährige. Diese Maschine konnte zwar nicht viel, aber sie bewirkte, dass Daniel Müller immer weiter recherchierte, welche Kaffeemaschinen sich für zu Hause eignen, wie er erzählt.
So dauerte es nicht lange, bis die erste von heute insgesamt vier Maschinen im Hause Müller einziehen durfte. Und das Interesse flachte nicht ab. Im Gegenteil: Nun arbeitete er sich weiter in das Thema Kaffeemühle ein, und so ging es immer weiter und tiefer in die Materie rein.
Als Müller dann eines Tages in der Rösterei von „Comame“ in St. Ingbert war, um einen Kaffee zu trinken, nahm er Kontakt zum Inhaber auf. Die beiden waren sich schnell einig, dass Daniel Müller ab sofort sonntags in der Rösterei auf Minijob-Basis arbeiten würde. Für ihn die große Chance, noch mehr über den Umgang mit Kaffee und dessen Herstellung zu lernen. Irgendwann stand dann das Angebot im Raum, in Vollzeit bei „Comame“ einzusteigen. Eine schwere Entscheidung. Sein Job als Teamleiter bot ihm sowohl Freiheiten als auch viele Sicherheiten. „Nach vielen Gesprächen und einigen Absagen habe ich dann final zugesagt“, erklärt Daniel Müller. Ab diesem Zeitpunkt nahm das Thema Kaffee immer mehr Raum in seinem Leben ein. Gemeinsam mit dem Inhaber von „Comame“ fuhr er auf Märkte und lernte weitere Röstereien kennen.
Müller wurde zum Kaffee-Nerd
Der Traum von etwas Eigenem und der Antrieb, noch einen Schritt weiterzugehen, wuchs – so sehr, dass Daniel Müller über zwei Jahre hinweg Ausschau nach passenden Immobilien hielt. Währenddessen schrieb er Businesspläne, die er immer wieder verwarf und neu aufsetzte. In seinem Kopf war ein Gedanke fest verankert, nämlich der, dass Selbstständigkeit nur etwas für Menschen ist, die richtig gut in etwas sind und vor allem viel Mut besitzen. Das sah er in sich lange nicht. Über die Zeit wurde er aber zu einem richtigen „Kaffeenerd“ und überschrieb seine Zweifel mit folgendem Grundsatz: „Man kann nur das bereuen, was man nicht getan hat.“

Deshalb wagte er schließlich den Schritt zum eigenen Café und eröffnete das „Café Liebich“ im Sommer 2023. Die Idee zum Namen hatte seine Frau Kathrin. Da ihr sehr bewusst war, wie groß die Liebe ihres Mannes zum Kaffee ist, war für sie naheliegend: „Kaffee, lieb’ ich.“ Damit stieß sie auf offene Ohren, und Daniel unterstützte den Namen zusätzlich mit dem Gedanken, dass „Liebe“ auch für Nächstenliebe steht und somit den Bogen zu gutem Service spannt. Und der Teil „ich“ soll zeigen, dass er mit seinem Café einen Ort schaffen wollte, wo jeder sein eigenes Ich entfalten kann und sich voll und ganz wohlfühlen darf.

Dass ihm die Individualität eines jeden Gastes wichtig ist, spiegelt sich auch in der Vielfalt seiner Kaffeespezialitäten wider. Wenn man das Café betritt, fällt der erste Blick direkt geradeaus auf die große Theke, an der man bestellen kann. Direkt über ihr thront die Karte, aus der man wählen kann. Sie mag auf den ersten Blick klein und übersichtlich wirken, dennoch verbirgt sich dahinter mehr als man denkt. Für Daniel Müller war es wichtig, nicht jeden Trend exzessiv mitzugehen. Außerdem möchte er seinen Fokus stets auf seinem Spezialgebiet behalten. So gibt es bei „Liebich“ zwar Matcha Latte, aber keine unzähligen Ausführungen davon.

Wenn man etwa einen Cappuccino bestellt, sollte man aber durchaus damit rechnen, gefragt zu werden, in welche Richtung dieser geschmacklich gehen soll – eher schokoladig oder eher fruchtiger? Ich wollte es zuerst nicht glauben, aber diese Nuancen machen wirklich einiges aus, wenn man genauer darauf achtet. Wirklich kein Vergleich zu Kaffee aus dem Vollautomaten. Hinter der Theke hängen sogar an vielen Whiteboards Rezepturen und Zubereitungshinweise zu jedem Getränk des Cafés. Hierbei kommt es nicht nur auf das richtige Mischverhältnis aus Kaffee und Milch an, sondern auch auf die Wassertemperatur, den Druck der Kaffeemaschine, den Mahlgrad des Kaffees und darauf, wie der gemahlene Kaffee im Siebträger getampt – also verdichtet – wird. „Das Wasser sucht sich immer den schnellsten Weg durch den Kaffee, so hat man die Möglichkeit, dass es einen relativ gleichmäßigen Weg wählt“, erklärt der Inhaber. Auch die Wahl des Wassers spielt für den vollen und unverfälschten Geschmack eine Rolle. „Kaffee besteht zu 90 Prozent aus Wasser“, argumentiert Müller. Es sollte nicht zu viele Mineralien enthalten, besser gesagt nur die, die man wirklich haben möchte. Daher hat Daniel Müller eine „Reverse Osmose Wasseranlage“ einbauen lassen. Diese filtert das Leitungswasser und setzt anschließend exakt die passenden Mineralien hinzu.

Wer nach einem Besuch Lust bekommt, selbst tiefer in die Welt der Kaffeezubereitung einzutauchen, wird bei „Liebich“ ebenfalls fündig. Daniel Müller verkauft im Café nicht nur verschiedene Bohnen seiner Lieblingsröstereien, sondern auch Zubehör wie Handfilter, Mühlen oder spezielle Aufbewahrungsbehälter. So kann man sich ein Stück seiner Kaffeephilosophie mit nach Hause nehmen.
Im „Café Liebich“ werden standardmäßig eher Lightroast Kaffees – also helle Röstungen – verwendet. Diese werden sanft bei niedrigen Temperaturen geröstet, wodurch die Bohnen ihre natürlichen Aromen behalten. Diese können fruchtig, blumig oder würzig sein. Bevorzugt man eher schokoladige Noten, wird eine etwas dunklere Röstung verwendet.
Milchalternative ohne Aufpreis
Zu jeder der Kaffeespezialitäten wie etwa einem Flat White, Latte Macchiato oder dem zeitlosen Klassiker, dem Cappuccino, werden natürlich auch Milchalternativen wie Kokosmilch, Hafermilch oder laktosefreie Milch angeboten – ohne Aufpreis.

Hier möchte der Inhaber, dass niemand Abstriche machen muss und jeder in den Genuss seines handwerklich perfekt zubereiteten Kaffees kommt. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte unbedingt mal den Punkt namens „V60-Filter“ aus der Getränkekarte probieren. Dahinter verbirgt sich eine spezielle Zubereitungsart des Kaffees. Grob gesagt wird hierbei über ein Handfilter-System das optimal temperierte Wasser in kreisenden Bewegungen über den zuvor gemahlenen Kaffee gegossen. So entfaltet der Kaffee seine Aromen auf eine ganz andere Weise.

Neben Filterkaffee und diversen Kaffeespezialitäten bekommt man bei „Liebich“ auch Espresso oder entkoffeinierten Kaffee. Wer zu seinem Kaffee gerne etwas Süßes mag, ist bei Daniel Müller und seinem Team ebenfalls an der richtigen Adresse. Hier gibt es nicht nur leckere französische Croissants – mit und ohne Schokolade –, sondern auch eine große Auswahl an glutenfreien Backwaren. Besonders empfehlen kann ich den Lemon Cake – so gut!
Schokokuchen, zum Sterben gut
Das glutenfreie Angebot war Daniel Müller sehr wichtig, denn er merkte schnell, dass die Nachfrage danach enorm ist. Deshalb fand er in „Bertha’s – Manufaktur für glutenfreie Pâtisserien“ in Sulzbach eine ideale Kooperationspartnerin. Andere Kuchenspezialitäten sind ebenso regional und werden von der „Tortenmacherei Diana“ in Schmelz bezogen. Den vielen Stammkunden des Cafés wird nicht langweilig, da die Auswahl an Backwaren oft wechselt und saisonal bestückt wird.Während unseres Besuchs im „Café Liebich“ probieren wir uns natürlich auch ein wenig durch das kulinarische Sortiment.

Der Küchenabschnittsgefährte, bekennender Schokokuchenliebhaber, ist begeistert von seinem Stück Kuchen namens „Death by chocolate“, einem zum Sterben guten Schokokuchen, dessen Kuchenteig als auch die Ganache obenauf aus Schokolade bestehen. Dazu gibt es für ihn einen Latte Macchiato, der in einem kleinen Glas serviert wird. Für unsere kleine Begleiterin gibt es einen Babyccino – eine aufgeschäumte Milch mit etwas Kakaopulver – und eines der super leckeren Croissants. Für mich ist es eines der besten Croissants – außen schön knusprig und innen buttrig. Zum Glück habe ich etwas davon abbekommen. Ich genieße zu meinem wie immer perfekten Cappuccino mit Hafermilch ein Schokocroissant – ebenfalls sehr zu empfehlen! Und ich kann nicht widerstehen, ich muss unbedingt noch einen Kakao, auch mit Hafermilch, trinken. Eines meiner absoluten Lieblingsgetränke des Cafés.


Auch wenn ich schon richtig satt bin, kann ich ein besonderes Stückchen nicht unprobiert lassen. Dieses Pistazientörtchen in der Auslage schreit förmlich nach mir. Es ist total rund im Geschmack. Der Pistaziengeschmack kommt wunderbar zum Vorschein, ist aber nicht aufdringlich. Dazu genau der richtige Grad an Süße und Fluffigkeit. Am liebsten würde ich mir gleich eins mit nach Hause nehmen. Apropos: Hier gibt’s natürlich auch „Coffee to go“.
Abschließend kann ich das „Café Liebich“ absolut empfehlen und jedem ans Herz legen, dort mindestens einen Kaffee zu genießen. Man hat das Gefühl, hier steckt eine Art Wissenschaft hinter jedem Getränk, die jedes einzelne so besonders und zu einem wahren Geschmackserlebnis werden lässt. Ebenso besticht die Herzlichkeit des gesamten Teams, das der Inhaber mit viel Bedacht zusammengestellt hat. Ein tolles Café in gemütlichem Ambiente, leckere Kuchen und meiner Meinung nach der beste Kaffee Saarbrückens – was will man mehr?
Café Liebich
Fröschengasse 10-12
66111 Saarbrücken
hello@cafeliebich.de
www.liebich.cafe
Öffnungszeiten:
Mo. bis Fr. 8.30 bis 18 Uhr
Sa. 10 bis 18 Uhr
Die Printversion gibts in FORUM-Ausgabe 48/2025 – und auf der FORUM-Website.






So eine schöne mit Liebe verfasste Beschreibung des Café Liebich , alles was du beschreibst kann ich nur bestätigen, wir gehen auch liebend gerne hin, Balsam für die Seele, jedesmal!
Alles liebe und eine schöne Zeit beim nächsten Besuch im besten Café im Südwesten Deutschlands ❤️
Vielen Dank für deine Lieben Worte und das Kompliment zum Artikel. Darüber freu ich mich sehr! 🙂