Le petit CINQ – Sterne-Luft schnuppern
{Dieser Beitrag enthält Werbung} Einen entspannten Ausflug in die gehobene kulinarische Welt ohne viel Tamtam: Das bietet das „Le petit CINQ“ im Nauwieser Viertel in Saarbrücken. In ungezwungener Atmosphäre erlebt man Sterneküche auf hohem Niveau – mit viel Augenmerk auf Qualität und regionale Produkte.
An einem Sonntagmittag betreten der Küchenabschnittsgefährte und ich einen vertrauten Gastraum mitten im Nauwieser Viertel in Saarbrücken. Grüne Stühle, dunkle Wände, große Fenster, durch die das Licht fällt – alles erinnert an unseren letzten Besuch im „Esplanade“. Und doch ist an diesem Mittag etwas anders. Es ist ruhiger, unaufgeregter. Dort, wo sonst das Team um Küchenchef Silio Del Fabro arbeitet, stehen an diesem Mittag nur zwei Köche und ein Auszubildender in der Küche. Keine Hektik, keine lauten Ansagen – stattdessen konzentrierte Handgriffe und eingespielte Abläufe.

Das „Esplanade“ hat zwar Ruhetag, aber die Küche bleibt nicht kalt: Seit nun fast zwei Jahren übernimmt das „Le petit CINQ“ an den Ruhetagen – also sonntags, montags und dienstags. Gleicher Gastraum, gleiche Küche, aber ein anderes Konzept. Eines, das bewusst zugänglicher ist. Weniger komplex, weniger distanziert. Und vielleicht genau deshalb für viele der erste Schritt in eine kulinarische Welt, die die meisten sonst nur aus der Ferne bewundern.

Einer der beiden Köche im „Le petit CINQ“ ist David Wottke. Der 28-jährige Küchenchef des Restaurants ist seit acht Jahren fester Bestandteil des „Esplanade“-Teams. Dort hat er gemeinsam mit Del Fabro und seinem Team den ersten von zwei Sternen erkocht. In dieser Zeit hat David Wottke jeden Posten in der Küche des Sterne-Restaurants durchlaufen und wertvolle Erfahrungen gesammelt. Nun übernimmt er die Verantwortung für das neueste Konzept des renommierten Hauses – und geht bewusst einen anderen Weg. „Ich möchte meinen Gästen nur das servieren, worauf ich selbst auch Lust habe“, so Wottke. Sein Ziel: Soulfood zu kreieren, also Herz und Seele seiner Gäste zu berühren. Und darauf bin ich schon sehr gespannt.

Herzlich begrüßt und zum Tisch begleitet werden wir von Restaurantleiter Roberto Mencarini. Wir werfen einen Blick in die Karte und entscheiden uns für das Vier-Gänge-Menü. Zwar gibt es auch eine Drei-Gänge-Variante, doch ich habe mich bereits im Vorfeld so sehr auf die Miso-Aubergine gefreut, dass ich sie mir nicht entgehen lassen möchte. Neben der Wahl zwischen drei oder vier Gängen gibt es stets auch vegetarische Alternativen, die den Varianten mit Fisch oder Fleisch in nichts nachstehen – eine Erinnerung, die ich bereits aus früheren Besuchen im „Esplanade“ mitgebracht habe. Unsere kulinarische Reise beginnt mit einem Rosé-Champagner, den Roberto Mencarini uns empfiehlt. Er perlt fein im Glas und überzeugt mit angenehmer Säure sowie fruchtigen Noten von Beeren und Kirschen – ein gelungener Auftakt. Dazu werden Brot, kaltgepresstes Olivenöl, Salzbutter, Fleur de Sel und Gänserillette gereicht.

Umfangreiche Weinkarte
Währenddessen werfen wir einen Blick in die umfangreiche Weinkarte. „Wir haben den Vorteil, dass wir auf die Weinkarte des ,Esplanade‘ zurückgreifen können“, erklärt David Wottke. Diese umfasst rund 800 bis 900 Positionen in unterschiedlichen Preisklassen. Auch Einsteiger finden hier passende Begleitungen – zugänglich, aber dennoch auf hohem Niveau.
Es folgt das Amuse-Bouche: eine gekühlte Vichyssoise, verfeinert mit einem Hauch Limonenöl – erfrischend und fein abgestimmt. Für meinen Begleiter gibt es zusätzlich Forellenkaviar, der sich als gelungene Ergänzung erweist.

Für David Wottke war die Übernahme der Küchenleitung ein großer Schritt. Zweifel an seinem Können hatte sein Mentor Silio Del Fabro jedoch nie. Gemeinsam teilen sie die Leidenschaft für hochwertige, regionale Produkte sowie die Liebe zur japanischen Küche. Gerade die enge Zusammenarbeit mit Produzenten aus der Umgebung spielt dabei eine zentrale Rolle – nicht nur aus geschmacklichen Gründen, sondern auch im Sinne eines verantwortungsvollen und nachhaltigen Umgangs mit Lebensmitteln. Wottke beschreibt das Miteinander als beinahe familiär: ambitioniert, aber stets menschlich.

Es folgt der erste Gang unseres Menüs. Mein Begleiter probiert zum ersten Mal ein Rindertatar, serviert auf hauchdünnem Rote-Bete-Carpaccio mit Schalotten- und Avocadocreme, gekrönt von einem pochierten Wachtelei. Besonders ins Auge fällt die Bonito-Vinaigrette mit Petersilienöl, die für einen schimmernden Effekt auf der Roten Bete sorgt.

Auch sehr leckere vegetarische Kompositionen
Für mich gibt es eine vegetarische Komposition aus griechischer Joghurtmousse, Gurkensorbet und Wasabi, verfeinert mit Dillöl. Eine Kombination, die zunächst überraschend wirkt, aber geschmacklich vollkommen überzeugt: Die Frische des Sorbets, die Cremigkeit der Mousse und die feine Schärfe des Wasabi greifen harmonisch ineinander. Ich habe keinerlei Einwände.

Übrigens arbeiten sowohl das „Esplanade“ als auch das „Le petit CINQ“ eng mit dem Bio-Bauernhof „Hof am Weiher“ in Albessen bei Kusel zusammen. Dort werden unter anderem verschiedene Kohlsorten und Karotten angebaut – Gemüse, das sich saisonal ernten und gut lagern lässt. Ergänzt wird dies durch Kooperationen mit weiteren Höfen aus dem Saar-Hunsrück-Raum.
Diese enge Vernetzung ermöglicht nicht nur eine konstant hohe Qualität, sondern stärkt auch Regionalität, kurze Lieferketten und einen bewussteren Umgang mit Ressourcen. Aspekte, die man auch auf dem Teller schmeckt.

Und dann: mein persönliches Highlight. Die Miso-Aubergine mit Fenchel und Artischocke. Drei meiner Lieblingsgemüse auf einem Teller. Schon der Duft lässt erahnen, was mich erwartet. Die Aubergine wird im Ganzen frittiert, anschließend aufgeschnitten, mit Miso-Honig bestrichen, abgeflämmt und im Ofen vollendet. Dazu gesellen sich Fenchelschaum, Artischockenpüree sowie gebratener Fenchel und Artischocke für die nötige Textur. Kleine rote Paprikatropfen und eine gelbe Paprikanage runden das Gericht ab. Ein Gang, der mich nachhaltig beeindruckt und mein kulinarisches Herz im Sturm erobert.

Dieser Gang wäre beim Drei-Gänge-Menü entfallen – und genau das wäre im Nachhinein wirklich schade gewesen. Drei Gänge gibt es bei „Le petit CINQ” für 69 Euro, vier Gänge für 87 Euro – ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das sich absolut sehen lassen kann. Umso überzeugender: Das Menü wechselt wöchentlich und sorgt so immer wieder für neue kulinarische Überraschungen.

Es folgt der Hauptgang: Der Küchenabschnittsgefährte bekommt in Nussbutter gebratenen Wels mit Kartoffelpüree, verfeinert mit Trüffel, dazu wilder Brokkoli, Krause Glucke und Nussbutterschaum. Dazu genießt er einen Chardonnay, dessen Vanille- und Aprikosennoten hervorragend harmonieren. „Mehr brauche ich nicht“, sagt er – und dem ist nichts hinzuzufügen.


Meine vegetarische Variante besteht aus einem cremigen Risotto mit Zucchini, wildem Brokkoli, Krauser Glucke und Nussbutterschaum. Besonders der Pilz, der optisch an einen Badeschwamm erinnert, überrascht mich positiv – geschmacklich fein und aromatisch. Auch die Weinempfehlung von Roberto Mencarini überzeugt: Ein italienischer Weißwein mit frischen Kräuterakzenten und Zitrusnoten ergänzt das Gericht hervorragend und verleiht ihm zusätzlich Frische.
Ein Tipp von David Wottke für das perfekte Risotto zu Hause: Am besten einen säurebetonten Weißwein verwenden – dieser sorgt für Leichtigkeit und bringt die Aromen besser zur Geltung.
Zum Dessert warmen Schokoladenkuchen

Zum Abschluss unseres Menüs erwartet uns ein warmer Schokoladenkuchen mit Vanillesoße, dazu ein Glas mit Rumrosineneis, Himbeerespuma und Waldbeerragout. Süß, fruchtig und cremig. Ein Dessert, bei dem sich alle Komponenten tadellos ergänzen. Den finalen Akzent setzt ein Financier mit Matcha und Himbeere – ein klassisches französisches Mandelküchlein. Dazu ein Cappuccino für meine Begleitung.

So endet unser Besuch – und ich bleibe restlos begeistert zurück. Das „Le petit CINQ“ ist für mich der perfekte Ort, um Sterne-Luft zu schnuppern. Kaum ein anderes Restaurant in Saarbrücken schafft es, ein solches Niveau so zugänglich, entspannt und zugleich verantwortungsbewusst zu vermitteln.
Wer Wert auf Qualität, Regionalität und ein durchdachtes Konzept legt, wird hier definitiv fündig. Reservierungen sind empfehlenswert, meist mit etwa einer Woche Vorlauf. Spontane Besuche sind jedoch auch möglich. Unverträglichkeiten oder Allergien sollten idealerweise einige Tage im Voraus angekündigt werden, damit passende Alternativen vorbereitet werden können.
Öffnungszeiten und Adresse des Le petit CINQ
Le petit CINQ
Nauwieserstraße 5
66111 Saarbrücken
Telefon 0681-84499120
lepetitcinq@esplanade-sb.de
www.esplanade-sb.de/le-petit-cinq
Öffnungszeiten:
Sonntag, Montag und Dienstag
Mittags ab 12 Uhr, abends ab 18.30 Uhr
Die Printversion gibt’s in FORUM-Ausgabe 20/2026 – und auf der FORUM-Website.

