Unterwegs

Bella Sicilia –Genuss wie in Bella Sicilia

{Dieser Beitrag enthält Werbung} Wer die authentische Küche Siziliens erleben möchte, der ist in der Trattoria „Bella Sicilia“ in Dillingen genau richtig. Inhaberin Antonella Anello-Parisi kocht genau so, wie sie es aus ihrer Heimat im Süden Italiens kennt – mit viel Liebe für höchsten Genuss.

Hier fehlt der Ricotta.“ Diesen Gedanken hatte ich vor einigen Jahren, als meine erste Pizza Norma von „Bella Sicilia“ vor mir auf dem Tisch lag. Laut Speisekarte sollte Ricotta darauf sein. Zu sehen war davon allerdings nichts – zumindest glaubte ich das. Tatsächlich war der Ricotta da. Nur nicht in der Form, die ich kannte. Statt der cremigen Frischkäsemasse, die man aus deutschen Supermärkten kennt, lag auf der Pizza Ricotta Salata – ein gesalzener und getrockneter Ricotta, der sich reiben lässt und in Sizilien traditionell über Gerichte wie Pasta alla Norma gegeben wird. Damals erschien mir das wie ein kleines Detail. Heute weiß ich: Es beschreibt „Bella Sicilia“ ziemlich treffend.

Arancini sind zum dahinschmelzen

Vieles wird hier in der Dillinger Trattoria anders gemacht, als man es von klassischen italienischen Restaurants in Deutschland kennt. Inhaberin Antonella Anello-Parisi ist keine gelernte Köchin. Sie arbeitete lange als Reinigungskraft und jobbte immer auch in Restaurants. „Ich koche einfach wie zu Hause“, erklärt sie. Sie setzt nicht auf Geschwindigkeit, sondern bei ihr stehen Handarbeit und Geduld im Mittelpunkt. So bekommt der Pizzateig bis zu 72 Stunden Zeit, um sein Aroma zu entwickeln. Die Bolognese darf langsam vor sich hin köcheln, und die Arancini werden von Hand geformt.

Inhaberin Antonella Anello-Parisi mit ihrem Sohn Marco Pillitteri (links) und ihrem Mann Giuseppe Parisi

Antonella Anello-Parisi wird von ihrem Sohn Marco als äußerst stur beschrieben. „Nur so kann man die Selbstständigkeit in der Form leben“, erklärt der Sohn der Inhaberin. Sie kümmert sich um nahezu alles selbst. In der Küche greift ihr ein Pizzabäcker unter die Arme, ihre Mutter kümmert sich um Salate und den Abwasch. Zudem beschäftigt Anello-Parisi zwei Aushilfen, und ihre Tochter Maria arbeitet auch im Familienbetrieb mit.

Der Gastraum des „Bella Sicilia“ wurde sieben Monate renoviert und zu einer echten Trattoria

Marco zieht sich aktuell immer weiter zurück aus der Gastronomie. Seit der Eröffnung im Mai 2020 wich er seiner Mutter nicht von der Seite. Während seines Studiums half er im Familienbetrieb mit, wo er konnte. Nun arbeitet er in seinem gelernten Beruf und springt nur noch im Notfall in der Trattoria ein. „Viele Gäste vermissen mich und freuen sich, wenn ich ab und an noch im Lokal bin“, betont Marco. „Bella Sicilia“ lebt Familie – vor und hinter den Kulissen.

Die Weine stammen vom Weinhandel Jacopini

Und genau dieses familiäre Gefühl spiegelt sich auch in der unkomplizierten, herzlichen, familiären Atmosphäre wider. Antonella Anello-Parisi wollte gezielt kein Restaurant eröffnen, sondern orientierte sich am Vorbild der sizilianischen Trattorien. Dort treffe man sich nicht nur mit seiner Familie oder Freunden zum Abendessen, sondern auch viele Handwerker und Arbeiter kehren um die Mittagszeit dort ein, essen eine Portion Pasta und setzen ihren Arbeitstag anschließend fort. Daher auch der Zusatz „Rosticceria“ im Namen des Lokals. Dieser Begriff beschreibt eine Art sizilianischen Imbiss. „Zu Beginn gab es in der Kühltheke immer Arancini, kleine Pizzetten und weitere Snacks für den schnellen Hunger“, erklärt die 46-jährige Inhaberin. Das Angebot wurde leider nicht so angenommen, wie erhofft. Daher wird auch mittags seither à la carte serviert.

Sollte man jedoch Arancini probieren wollen, lohnt es sich, diese bei der Tischreservierung vorzubestellen. Von diesen sizilianischen Reisbällchen werden täglich gerade mal zehn bis 20 Stück von Hand geformt. Mehr lohne sich kaum, erklärt Marco. Der Aufwand sei enorm, und die Arancini würden bei längerer Lagerung schnell an Qualität verlieren.
Und das ist mein Stichwort: Ich lasse es mir natürlich nicht nehmen, ein Arancini zu probieren. Kaum größer als eine Faust, steht der eiförmige und goldgelbe Streetfood-Klassiker der sizilianischen Küche vor mir. Ich traue mich kaum, die knusprige Hülle mit meiner Gabel zu durchbrechen – die Optik überzeugt. Absolut perfekt. Aber auch das Innere des Arancini-Bällchens steht dem in nichts nach. Der mit Safran gefärbte Reis umhüllt den Bolognese-Kern. Beim ersten Bissen schmelze ich förmlich dahin, denn ich fühle mich kurz zurück in meine Kindheit manövriert. Als Kind war ich oft mit einer meiner ältesten Freundinnen zu Besuch bei ihren italienischen Großeltern. Der Duft und auch der Geschmack der Arancini erinnern mich sehr an diese Zeit.

Geduld ist eines der Grundprinzipien

Während ich noch über die knusprige Hülle des Arancini-Bällchens staune, greife ich zu einer weiteren Komponente unserer Vorspeise – der Caponata. Eine weitere Spezialität Siziliens. Eine Schale mit vorgegartem, süß-säuerlich eingelegtem Gemüse. Für mich der Inbegriff von Understatement. Beim ersten Blick erwartet man von dieser Vorspeise gar nicht so viel, wird jedoch beim Probieren positiv überrascht. Hier wird eindeutig klar, dass Italien weit mehr als nur Pizza und Pasta ist. Eine echte Stärke des Lokals. Die Gerichte wirken nicht inszeniert, sondern einfach nur ehrlich, und können ganze Geschichten der Familie über Generationen hinweg erzählen.

Dennoch möchte ich unbedingt wissen, warum die Füllung der Arancini so vertraut schmeckt. Die Antwort fällt überraschend unspektakulär aus. „Ich mache nichts Besonderes“, sagt Antonella Anello-Parisi und lächelt. Ihre Bolognese bestehe aus einer klassischen Soffritto – einer langsam angeschwitzten Basis aus Karotten, Zwiebeln und Sellerie sowie gemischtem Hackfleisch, Tomaten – und vor allem aber viel Zeit. Auf Wein verzichtet die Sizilianerin bewusst. Stattdessen setzt sie auf kräftige Röstaromen und lässt die Soße anschließend langsam einkochen. In ihrer Heimatregion gehören sogar Erbsen zur Bolognese – ein Detail, das außerhalb Siziliens manche Gäste überrascht. „Eine gute Bolognese braucht eben Zeit“, ergänzt der Sohn der Inhaberin.
Genau diese Geduld scheint eines der Grundprinzipien bei „Bella Sicilia“ zu sein. Viele Arbeitsschritte dauern hier deutlich länger. Das mag wirtschaftlich nicht immer die beste Lösung sein, aber für Antonella Anello-Parisi die einzig richtige. Und vielleicht schmeckt es deshalb bei „Bella Sicilia“ immer ein wenig nach meiner Kindheit.

Geduld brauchte die Familie allerdings nicht nur in der Küche. Denn bevor ein Stück Sizilien in der Dillinger Moltkestraße Einzug halten konnte, lagen Monate voller Arbeit vor ihnen. Nur wenige Schritte von hier entfernt habe ich meine gesamte Kindheit und Jugend verbracht. Umso spannender ist es für mich, zu sehen, wie ein Ort, an dem früher das „Gasthaus Soltwedel“ beheimatet war, sich heute in eine kleine sizilianische Trattoria verwandelt hat.
Bereits im November 2019 begannen die Umbauarbeiten. Sieben Monate lang wurde renoviert, gebaut und geplant. Federführend übernahm die Arbeiten Anello-Parisis Ehemann. Eigentlich sollte die Trattoria bereits im März 2020 eröffnet werden. Doch die Corona-Pandemie machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Die Familie musste ihre Pläne erst einmal auf Eis legen. Erst Ende Mai 2020 konnte „Bella Sicilia“ schließlich seine Türen öffnen. Keine optimalen Voraussetzungen für ein neues Lokal. Umso bemerkenswerter ist es, dass sich die Trattoria längst einen festen Stamm an Gästen aufgebaut hat. Immer wieder kommen Gäste herein, die namentlich begrüßt werden, und auch meine heutige Begleitung Mama Köstlich und ich kennen einige davon.

Die Pasta ist perfekt al dente gekocht

Wir machen nach der Vorspeise weiter mit unserem Pasta-Gang. Pasta werden zwar in Sizilien üblicherweise eher mittags gegessen, aber wir wagen uns auch am Abend ran. Ich freue mich sehr über Rigatoni alla Norma mit frisch frittierten Auberginen in einer fruchtigen Tomatensoße. Dazu gibt’s – wie sollte es auch anders sein – geriebenen Ricotta. Eine tolle Kombination aus dem salzigen Aroma des Ricottas und der fruchtigen Süße der Tomatensoße. Besonders aber sticht der Gargrad der Pasta hervor. Selten habe ich Pasta gegessen, die so perfekt al dente gekocht war als diese. Mir gefällt dabei sehr, wie sich die Soße optimal an die Rigatoni schmiegt. In der Speisekarte wird zudem darauf hingewiesen, dass die Pasta für alle Nudelgerichte frisch gekocht wird und es dementsprechend etwas länger dauern kann. Auch hierbei steht für Antonella Anello-Parisi höchste Qualität im Vordergrund.

Für meine Begleitung gibt es ein Gericht, das ich so noch nie auf einer Speisekarte gesehen habe: Spaghetti con zucchina fritta – also eine Portion Spaghetti mit frisch frittierten Zucchinichips, die mit Olivenöl und frischer Minze verfeinert werden. Ein Gericht, das man unbedingt probiert haben sollte. Ebenfalls ein sizilianischer Klassiker, den Mama Köstlich und ich direkt ins Herz geschlossen haben. Und obwohl in dieser Region Italiens scheinbar viel mit Fett gearbeitet wird, habe ich bei keinem der Gerichte den Eindruck, dass es zu mächtig ist.
Und weil Antonella Anello-Parisi uns den bestmöglichen Eindruck ihrer Küche und von dem, was sie liebt, vermitteln möchte, dürfen wir sogar noch zwei Pizzen probieren. Bevor die Pizza serviert wird, bekommen wir zwei schärfere Messer. Damit sammelt man bei mir definitiv Pluspunkte.

Pizza Parma mit Parmaschinken, Rucola und Parmesan

Meine Begleiterin freut sich sehr über Pizza Parma mit frisch geschnittenem, italienischem Parmaschinken, Rucola, Parmesanspänen und natürlich Tomatensoße und Mozzarella als Basis. Dabei fällt Mama Köstlich positiv auf, dass die Pizza bei „Bella Sicilia“ nicht in der Mitte durchweicht. Man kann sie also jederzeit optimal mit der Hand essen. Marco erklärt uns, dass der Pizzateig bei kalter Teigführung bis zu 72 Stunden gären darf. Das macht ihn sehr bekömmlich und bringt die feinsten Aromen zum Vorschein. Zudem verwenden sie nur geringe Mengen Hefe. Diese arbeitet gerne bei Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad. Der Pizzateig bei „Bella Sicilia“ darf bei drei bis sechs Grad Celsius ruhen, sodass sich die Hefe ganz langsam vorarbeiten kann. So gibt der Teig nach und nach Gase ab und kann sich formen. Schließlich wird der Teig dann in der Trattoria in einem Elektroofen direkt auf einem Pizzastein liegend für zwei Minuten bei 400 bis 430 Grad gebacken. So ist er außen schön knusprig und innen super fluffig. Ein tolles Produkt von „Bella Sicilia“ – und das, obwohl in Sizilien eher Blechpizza üblich ist, wie uns Sohn Marco verrät.

Ein echtes Stück Sizilien

Auch nach Pizza und Pasta ist unsere kulinarische Reise nach Sizilien noch nicht beendet. Zum Abschluss serviert uns Antonella Anello-Parisi eine Auswahl ihres hausgemachten Gebäcks. Zwischen verschiedenen Keksen und knusprigen Cannoli wird schnell klar, dass auch hier dieselbe Philosophie gilt wie bei allen Gerichten zuvor. Nichts wirkt überladen oder künstlich. Stattdessen stehen traditionelle Rezepte und ehrliche Handarbeit im Fokus. Besonders die Cannoli haben es mir angetan. Die knusprigen Teigröllchen mit ihrer süßen, cremigen Füllung gelten als eines der bekanntesten Desserts Siziliens und sorgen für einen würdigen Abschluss unseres Abends.
Auch wenn der Standort etwas abseits der Dillinger Innenstadt liegt, lohnt sich der Weg hierher in jedem Fall. Wer einmal kommt, kommt wieder – so viel ist sicher. Während eines Besuchs bei „Bella Sicilia“ bekommt man eben nicht das klassische italienische Restaurant, das deutsche Erwartungen erfüllen möchte. Sondern vielmehr ein Stück Sizilien inmitten der Hüttenstadt. Und das auf die schönste Art und Weise: ehrlich und familiär.

Öffnungszeiten und Adresse von Bella Sicilia

Trattoria-Rosticceria Bella Sicilia
Moltkestraße 25
66763 Dillingen/Saar
Telefon 06831-8900082
trat.bellasicilia@gmail.com

Öffnungszeiten:
Di. bis So. 11 bis 14 Uhr und 18 bis 22 Uhr
Mo. Ruhetag

Die Printversion gibt’s in FORUM-Ausgabe 25/2026 – und auf der FORUM-Website.