Unterwegs

Botanico Finkenrech – Idylle trifft Genuss

{Dieser Beitrag enthält Werbung} Umgeben von der blühenden Natur des Umwelt- und Freizeitzentrums Finkenrech bei Tholey liegt das Hotel und Restaurant „Botanico Finkenrech“. In einer wunderbar entspannten Atmosphäre werden hausgemachte Gerichte aus regionalen Produkten in hoher Qualität serviert.

Wir steigen aus dem Auto und sind sofort von Wiesen, Bäumen und blühenden Sträuchern umgeben. Die Vögel zwitschern und ich freue mich darauf, einen Fleck des Saarlandes zu entdecken, den ich bislang noch nicht kenne. Zwischen Dirmingen und Tholey liegt das Umwelt- und Freizeitzentrum Finkenrech – ein Ort, der Natur, Erholung und Genuss miteinander verbindet. Zwischen Themengärten, Tiergehegen und großzügig angelegten Spielplätzen lädt das „Botanico Finkenrech“ dazu ein, nach einem Spaziergang einzukehren oder einfach bei einem kühlen Getränk auf der Terrasse den Blick ins Grüne schweifen zu lassen.

Kaum betreten wir das Restaurant, fällt die entspannte Atmosphäre auf. Eine Familie feiert einen Geburtstag, sodass nach und nach immer mehr Gäste mit Geschenken den Gastraum betreten. An anderen Tischen gönnen sich Radfahrer und Wanderer eine kleine Pause. Auch auf der Terrasse genießen die ersten Gäste ihr Mittagessen. Dass sich Familien hier wohlfühlen, merkt man schnell – nicht nur wegen der weitläufigen Spielplätze rund um das Finkenrech, sondern auch wegen einer eigenen Kinderkarte, die zeigt, dass auch an die kleinen Gäste gedacht wird.

Während wir auf den Aperitif warten, erzählt die Inhaberin Jassa Roth, dass genau diese ungezwungene Atmosphäre das Ziel gewesen sei. Dass sie und ihr Mann Marlon dafür allerdings ein enormes finanzielles Risiko eingegangen sind, sieht man dem idyllischen Ort heute nicht mehr an.

Anfragen bereits vor der Eröffnung

Bevor es mit den Vorspeisen losgeht, starten wir mit einem Aperitif – an diesem Sonntagmittag gerne alkoholfrei. Meine Begleitung, der Küchenabschnittsgefährte, entscheidet sich für einen alkoholfreien Martini Librante mit Tonic Water. Ich genieße eine hausgemachte Limonade mit Zitrone, Maracuja-Pfirsich-Sirup, Minze und Cranberrys – genau mein Geschmack. Als wir den ersten Schluck nehmen, berichtet die 26-jährige Inhaberin, wie das „Botanico“ überhaupt zu ihrem gemeinsamen Projekt wurde. „Den Wunsch, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen, hege ich schon seit längerer Zeit“, so Jassa Roth. Sie stamme aus einer Gastrofamilie und kenne die Branche seit Kindheitstagen. Jedoch war für sie nicht klar, dass sie diesen Traum schon mit Anfang 20 verwirklichen würde. Als sie auf die freie Pacht im Finkenrech aufmerksam wurde, schauten sich Jassa und ihr Mann Marlon das doch recht große Objekt zunächst unverbindlich an. Aus der ersten Besichtigung wurde schnell eine gemeinsame Vision. Der Weg dorthin war allerdings alles andere als einfach. Banken und Förderstellen begegneten dem jungen Paar mit Skepsis. Zu jung, zu wenig Eigenkapital und dazu eine Branche, die seit der Pandemie als besonders risikobehaftet gilt. Die erhoffte Förderung blieb bis kurz vor der Eröffnung im April 2024 aus. Trotzdem entschieden sich die beiden, den Schritt in die Selbstständigkeit mithilfe ihrer Familien zu wagen. Nicht zuletzt deshalb, weil bereits Monate vor der Eröffnung erste Hochzeitsgesellschaften auf ihre Werbung aufmerksam wurden und Feiern anfragten. Im großen Saal des „Botanicos“ kann man mit bis zu 120 Personen feiern. Auch freie Trauungen, standesamtliche und evangelische Hochzeiten sind direkt vor Ort möglich. All dies zeigte den beiden jungen Inhabern, dass sie den richtigen Weg eingeschlagen haben und wie viel Potenzial in diesem außergewöhnlichen Standort steckt.

Noch bevor wir bestellen, wandert mein Blick immer wieder über die Speisekarte. Als gelernte Mediengestalterin bleiben meine Augen sofort an den eigens illustrierten Icons hängen. Ein schönes Detail, das der Karte Persönlichkeit verleiht.
Apropos hausgemacht: Genau das ist die Philosophie des „Botanico“. Die Speisekarte bleibt bewusst klein, damit möglichst alles frisch zubereitet werden kann. Convenience-Produkte sucht man hier vergeblich.
Die drei festangestellten Köche setzen die Soßen stets klassisch an und kaufen nur das zu, was nicht selbst gemacht werden kann. Dazu gehört auch das Brot, das uns vor unserer Vorspeise zusammen mit einem fein abgeschmeckten Schnittlauchdip serviert wird. Das Brot kommt von „Der Sauerteigbäcker“ aus Lebach und ist wirklich ein absolutes Geschmacks-Highlight. Schon nach dem ersten Bissen ist klar: Dieses Brot würde ich am liebsten einpacken und mit nach Hause nehmen.

Aber nicht nur das Brot wird regional gekauft, auch das Wildfleisch, das die Vorspeise meiner Begleitung dominiert, stammt aus der Umgebung. Sowohl Schinken, Salami und Rohesser werden von Wildwechsel in Oberthal produziert. Auf dem „Wildbrett“ findet sich aber ebenso sauer eingelegtes Gemüse und grober Senf.
Für mich geht’s zu Beginn erstmal weniger fleischlastig los. Daher gibt es für mich eine geröstete Kürbissuppe – verfeinert mit Apfel, Kokos und Ingwer – worüber sich auch Veganer freuen dürften. Der Ingwer sorgt für eine feine Schärfe, während der Apfel der Suppe Frische verleiht. Eine Kombination, die erstaunlich gut funktioniert.

Das Paar ist ein eingespieltes Team

Während Marlon hinter der Theke Getränke zubereitet, ist Jassa im Gastraum ständig in Bewegung. Sie begrüßt Gäste, beantwortet Fragen, serviert Speisen und wirft zwischendurch immer wieder einen prüfenden Blick in Richtung Küche. Alles wirkt eingespielt – dabei war genau dieses Zusammenspiel zu Beginn ihre größte Herausforderung.
„Wir wussten anfangs gar nicht, wie wir das alles schaffen sollen“, erzählt Jassa Roth. Restaurant, Hotel und Eventlocation unter einen Hut zu bringen, bedeutete für das junge Paar vor allem eines: lernen. Vieles mussten sie sich in kürzester Zeit aneignen.
Dabei brachte Jassa bereits einiges an Erfahrung als gelernte Hotelfachfrau mit. Marlon hingegen kam aus einer völlig anderen Welt. Nach einem BWL-Studium führte er ein E-Commerce-Unternehmen. Statt langer Tage am Schreibtisch bestimmten nun Service, Veranstaltungen und körperliche Arbeit seinen Alltag. „Ich hatte da vielleicht auch etwas zu hohe Erwartungen“, gibt Jassa heute schmunzelnd zu. Schließlich war ihr der Gastronomie-Alltag längst vertraut.
Heute treten die beiden als eingespieltes Team auf. Tatsächlich mussten sie ihren eigenen Rhythmus aber erst finden. Entscheidungen treffen sie bis heute gemeinsam. Ein Vorteil, der manchmal aber auch Reibung mit sich bringt.

Inzwischen ist auch der Hauptgang angerichtet. Während meine Begleitung sich für einen Burger entscheidet, fällt meine Wahl auf das Rumpsteak vom „Kinne Hof“ in Dörsdorf. Dazu gibt es eine Sauce Bordelaise, geröstete Karotten und Kartoffelgratin. Außen goldbraun gebacken, innen herrlich cremig – genau so soll ein Kartoffelgratin sein. Das Steak trifft den gewünschten Gargrad punktgenau und bleibt dabei wunderbar saftig.

Die Gerichte sind perfekt abgestimmt

Gebackener Camembert, Preiselbeeren, geschmorte Zwiebeln, Kräuterseitlinge und Tomatenchutney –
dieser Burger gehört zu den wenigen Konstanten auf der Speisekarte. Wobei „konstant“ eigentlich nicht ganz stimmt: Die Zutaten orientieren sich an der Saison und verleihen ihm bei jedem Besuch eine etwas andere Note. Serviert wird er mit knusprigen Pommes frites und einem Beilagensalat. Besonders positiv überrascht uns dabei der Bun. Außen angenehm knusprig, innen wunderbar weich, hält er den Burger perfekt zusammen, ohne den anderen Zutaten die Show zu stehlen.
Und dann wäre da noch das Joghurt-Kräuter-Dressing des Beilagensalats. So gut, dass bei uns am Tisch tatsächlich kurz diskutiert wird, wer den letzten Salatbissen bekommt. Als die Teller langsam leer werden, wirkt im Gastraum alles erstaunlich entspannt. Gäste unterhalten sich, Gläser klirren und draußen füllt sich die Terrasse immer weiter. Dass hinter dieser Gelassenheit oft zwölf- bis vierzehnstündige Arbeitstage stecken, ahnt an diesem Sonntagmittag wohl kaum jemand.
„Wenn wir an einem Wochenende drei Hochzeiten haben und sonntags noch ein Feiertag wie zum Beispiel Muttertag ist, dann fragt man sich schon manchmal: Wie sollen wir das alles meistern?“, erzählt Jassa Roth. Heute fällt die Antwort auf diese Frage etwas leichter als noch vor einem Jahr.
Inzwischen beschäftigt das „Botanico“ rund 35 Mitarbeitende – vom Küchenteam über den Service bis hin zum Housekeeping. Das verschafft dem Inhaberpaar spürbar mehr Freiraum. „Heute können wir auch mal erst um 17 Uhr kommen“, sagt sie und lacht. Für die beiden fühlt sich das fast schon wie Luxus an.

Warm servierte Gewürzschnitte

Zum Abschluss gönnen wir uns schließlich noch eine warm servierte Gewürzschnitte mit Cranberry und Orange. Sie rundet unser Menü genauso harmonisch ab, wie das „Botanico“ unseren Ausflug nach Finkenrech. Als wir wenig später wieder über das Gelände in Richtung Auto laufen, denke ich an den Duft der knusprigen Sauerteigkruste, die kräftigen Soßen, die regionale Küche – aber vor allem an Jassa und Marlon Roth. Hinter der entspannten Atmosphäre, die die Gäste hier genießen, stecken eine Menge Mut, Leidenschaft und harte Arbeit. Vielleicht schmeckt gutes Essen tatsächlich noch ein kleines bisschen besser, wenn man die Geschichte der Menschen kennt, die es auf den Teller bringen.

Öffnungszeiten und Adresse des Botanico Finkenrech

Botanico Finkenrech
Tholeyer Str. 50
66571 Eppelborn-Dirmingen
Telefon 06827-902490
info@botanico-finkenrech.de
www.botanico-finkenrech.de
Öffnungszeiten Restaurant:
Mi. bis Sa. 12 bis 22 Uhr
(12 bis 17 Uhr Mittagskarte, ab 18 Uhr à la carte)
So. 12 bis 18 Uhr (bis 15.30 Uhr mit der großen Karte)

Die Printversion gibt’s in FORUM-Ausgabe 31/2026 – und auf der FORUM-Website.