Unterwegs

Hotel Am Triller – Aus Liebe zum Genuss

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{Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung} Wer glaubt, man könne nur in einem Hotel essen, wenn man dort auch Gast ist, verpasst etwas. Das Restaurant des „Hotel Am Triller“ in Saarbrücken ist zu jeder Zeit einen Besuch wert – egal ob morgens, mittags oder abends.

Da steht er! Mein wahrgewordener Traum eines Burgers – und das auf dem Saarbrücker Triller. Nur einen Katzensprung entfernt von meiner ersten eigenen Wohnung. Oh Mann, warum war ich hier nicht schon früher? Ich sage nur: Triller’s Crispy-Chicken Burger. Eine knusprige Nacho-Panade ummantelt das saftige Hühnchenbrustfilet. Dazu gibt es pikante Salsa-Soße, würzigen Käse, frischen Rucola-Salat und krosse Süßkartoffel-Pommes. Für 15 Euro ein absolutes Highlight.

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Triller’s Crispy-Chicken Burger

Björn Gehl-Bumb, Inhaber und Geschäftsführer des „Hotel Am Triller“, sitzt neben mir und schnabuliert derweil das nicht weniger lecker aussehende „Surf ’n’ Turf“. Mir läuft wirklich das Wasser im Mund zusammen beim Fotografieren des Rinderhüftsteaks, das mit Gambas, gebratenem Mais und Wedges daherkommt. Für alle, denen es jetzt beim Lesen genauso geht wie mir beim Fotos schießen: Für 27,80 Euro steht der Teller in Nullkommanichts bereit.
Auch „Triller’s BBQ-Burger“ – 200 Gramm US-Beef mit gebackenen Zwiebelringen, würziger BBQ-Soße und krossem Bacon –, den sich die stellvertretende Hoteldirektorin Michaela Altmeyer gönnt, sieht echt lecker aus. Dazu gibt’s Ketchup und einen Sour-Creme-Dip für 14,80 Euro.

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Surf ’n’ Turf vereint Rinderhüftsteak mit Gambas und Kartoffel-Wedges.

Warum eigentlich bin ich zwei Jahre lang immer wieder an dem biozertifizierten Hotel-Restaurant vorbeigefahren, ohne es einmal zu testen? Gehl-Bumb nickt wissend und erzählt, dass die Hemmschwelle für potenzielle Restaurantgäste des Hauses erfahrungsgemäß hoch ist. Bei Hotel denke man in erster Linie an Übernachtung und weniger an gutes Essen. Und offenbar übt der Gang an der Rezeption vorbei augenscheinlich solch einen Druck auf Restaurantgäste aus, dass viele den Gedanken, in einem Hotel zu essen, schnell wieder verwerfen. Eigentlich unsinnig, denn im Grunde ist es nichts anderes, als in einem „ganz normalen“ Restaurant zu essen. Das Hotel hat sogar noch einen entscheidenden Vorteil: Man kann sich ganz ohne schlechtes Gewissen den Wein schmecken lassen und sich einfach in eines der insgesamt 190 Hotelbetten fallen lassen, wenn es mal ein Tröpfchen mehr geworden ist.

Wer eher auf Nichtalkoholisches steht, wird hier ebenfalls bestens bedient. Serviert werden nämlich meine Lieblings-Saftschorlen von Adelholzener: Apfelschorle, Rhabarberschorle und mein all time favourite: Johannisbeerschorle. Da kommt gleich ein bisschen Skiurlaub-Feeling auf. Eine Mittagspause beim Skifahren ohne Johannisbeerschorle ist für mich keine richtige Mittagspause. Aber auch eine hausgemachte Melonen-Limonade gibt’s hier für 3,20 Euro pro Glas. Serviert wird die erfrischende Augenweide in einem Digestif-Glas mit frischer Minze. Das genaue Rezept wird selbstverständlich nicht preisgegeben, aber die Limonade wird zusammengemixt aus Melonensirup, Melonensaft und Soda – soviel sei verraten. Wo wir aber gerade bei Getränken sind – ein hauseigenes Bier findet man hier auch im Ausschank, das Triller’s Bier. Eine Schnapsidee, die der Hotelinhaber mit damals 16 Jahren hatte und heute in die Tat umsetzen durfte.

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Hausgemachte Melonenlimonade

Das Bier wird für das Hotel in der Privatbrauerei „Der Hirschbräu“ in Sonthofen produziert. An der Rezeption des Hotels, kann man das mit Comicmotiven auf dem Etikett geschmückte Bier auch erwerben. Und in den schicken Sechser-Trägern aus Holz, die in Behindertenwerkstätten gefertigt werden, macht es richtig was her. Auch zum Verschenken wirklich eine prima Idee.

Schon lange Zeit, bevor es das Triller’s Bier und einige andere verrückte Ideen von Björn Gehl-Bumb und seinem Vater Michael Bumb gab, wurde 1951 der Grundstein für das heutige „Hotel Am Triller“ gelegt. Die Immobilie war damals eine Textilfabrik, in der Damenkonfektion hergestellt wurde. Mehr als 130 Menschen waren hier angestellt. Als sich Ende der 50er-Jahre das Saarland wirtschaftlich der Bundesrepublik anschloss, war der damalige Besitzer Franz Bumb unter Zugzwang. Er überlegte, ob es weiter Sinn machen würde, den Schwerpunkt auf die Produktion von Textilien zu legen, da mit dem wirtschaftlichen Anschluss eine größere Konkurrenz auf ihn wartete.

Er entschloss sich, die Textilfabrik nach und nach zurückzufahren und sukzessive zu einem Hotel umzubauen. Eine Zeitlang liefen beide Betriebe noch parallel. Auf der einen Seite des Hotels wurde noch fleißig an Damenhosen und Pullovern gewerkelt, und auf der anderen Seite fanden die Hotelgäste ihren Platz zum Übernachten.

1960 wurde die Textilfabrik dann ganz geschlossen, und das „Hotel Am Triller“ öffnete seine Pforten. Alles begann mit 30 Zimmern. Im Laufe der Jahre wurde erweitert und angebaut, sodass sich die Kapazität des Hotels zwischenzeitlich auf 60 und sogar bis auf 135 Zimmer steigerte. Auf dem Dach befand sich damals sogar ein Pool. Heute gibt es stattdessen in der obersten Etage moderne Hotelzimmer, von denen man einen traumhaften Blick über Saarbrücken hat. Unter den heute 110 Hotelzimmern finden sich auch einige Appartements, die sich zur Langzeitmiete eignen. Es ist sozusagen das „Hotel Atlantik“ des Saarlandes und sorgt für ein waschechtes Udo-Lindenberg-Gefühl.

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Inhaber Björn Gehl-Bumb (links) und einer der beiden Küchenchefs Dominik Durst. (Foto: Hotel Am Triller / Oliver Thom)

Das Hotel hat im Laufe der Jahre einen großen Wandel durchlebt – und das wird auch immer so weitergehen, wenn es nach Björn Gehl-Bumb geht. Alle Umbaumaßnahmen werden zusammen mit seinem Vater, der mit ihm das Hotel leitet, bis ins kleinste Detail besprochen. Michael Bumb hat große Erfahrung im Hotelgewerbe und übernimmt in Renovierungsphasen gern die Bauleitung. Zuletzt wurde die „Eventfabrik“, ein 175 Quadratmeter großer, abteilbarer Raum für Feierlichkeiten aller Art, im Hotel umgebaut und mit modernster Technik ausgestattet. Zudem können Gäste ihre Zimmer wohl auch bald per Smartphone mit einer App öffnen. Tests laufen bereits. Aber keine Sorge: Für alle, die ihren digitalen Fußabdruck noch in Grenzen halten möchten, gibt es natürlich auch weiterhin das altbewährte Kartensystem, um ins Zimmer zu kommen.

Wo wir gerade bei den Zimmern sind: Hier lässt Björn Gehl-Bumb seiner kreativen Ader gern freien Lauf und lebt diese in Zusammenarbeit mit lokalen Künstlern aus. In 26 Zimmern des Hotels findet man Comics, die saarländische Geschichten zu verschiedenen Ortschaften erzählen. Gezeichnet und grafisch für jedes Zimmer aufbereitet wurden diese von Bernd Kissel. Während meines Rundgangs darf ich mir zum Beispiel die Geschichte von Maldiss im Köllertal ansehen. Das hat was, muss ich sagen. So hat man seine Einschlafgeschichte direkt beim Zubettgehen parat.

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Andere Zimmerwände wurden von Gabi Lackenmacher gestaltet. Bis zu drei Tage benötigt sie pro Zimmer, um ihre kunstvollen Motive aus der Natur präzise und per Hand auf die Wand zu bringen. Meine Favoriten beim Rundgang durchs Hotel waren aber die Zimmer mit Pop-Art-Elementen. Selbst im Bad schmücken knallbunte Motive die Fliesen. Und das Schöne ist wirklich die ruhige Atmosphäre, die man im ganzen Haus spürt. Trotz einiger Tagungen und Seminare, die gerade stattfinden.

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Zum Abschluss meines Besuchs haben es sich die beiden Küchenchefs Dominik Durst und Rainer Starck nicht nehmen lassen, uns noch eine Dessertvariation auf den Teller zu zaubern. Beim Anblick eines unverschämt schmackhaft aussehenden Bisquit-Törtchens, Mousse au Chocolat, Creme Catalan, Mangosorbet und einem Marshmallow aus Mango und Kokos schmelze ich förmlich dahin. Sooooo lecker!

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Sündhaft lecker: Bisquit-Törtchen, Mousse au Chocolat, Creme Catalan, Mangosorbet und Marsh­mallow aus Mango und Kokos.

Am liebsten würde ich sofort einchecken und die Nacht hier verbringen, um das Frühstück testen zu dürfen, aber die Arbeit ruft. Deshalb komme ich ganz bald wieder, denn auch als Nicht-Hotelgast kann man die ganze Woche über zum Frühstücken vorbeikommen. Ob süß, herzhaft oder extravagant – hier bleibt kein Wunsch offen. Im Komplettpaket für 17,50 Euro darf man sich, so oft man will, am Büffet bedienen und in Endlosschleife Kaffee, Säfte oder frische Smoothies schlürfen. Auf Vorbestellung und einem entsprechenden Aufpreis kann man hier sogar auch mit einem Sektfrühstück und Austern den Tag beginnen. Hotel Am Triller, ich komme wieder und frühstücke, was das Zeug hält.

 

Hotel Am Triller
Trillerweg 57
66117 Saarbrücken
Telefon 0681-580000
info@hotel-am-triller.de
www.hotel-am-triller-saarbruecken.de

 

Die Printversion gibts in FORUM-Ausgabe 07/2019 – und auf der FORUM-Website.