Unterwegs

Weinbiet – Weinprobe via Internet

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{Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung} Auch in Corona-Zeiten muss man nicht ganz auf Verkostungen verzichten. So manche Weingüter bieten Proben auch virtuell an, etwa die „Weinbiet Manufaktur“ aus Neustadt an der Wein­straße. Einfach ein Paket bestellen, einloggen und mitmachen.

Das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss. Und in diesem Fall trägt es den schönen Namen Weißburgunder & Chardonnay aus der Kollektion „VON ERSTEN LAGEN“. Dieser vielseitige Wein ist der krönende Abschluss einer gelungenen Online-Weinprobe zum Thema Spargelweine von der „Weinbiet Manufaktur“ im schönen Mußbach an der Weinstraße. Bis vor ein paar Jahren hatte ich Mußbach, wie wahrscheinlich viele andere auch, noch nicht auf meinem Radar, aber mit seinen gut 4.000 Einwohnern und 17 Weinbaubetrieben hat der kleine Ort in der Vorderpfalz mein Herz im Sturm erobert.

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Nach etwa anderthalb Stunden Autofahrt vom Saarland aus sieht man Weinreben, so weit das Auge reicht. Über diesen thront der 554 Meter hohe Berg namens Weinbiet der zum Mittelgebirgszug Haardt am Ostrand des Pfälzerwaldes gehört. Der Berg, der der „Weinbiet Manufaktur“ seinen Namen gibt, sorgt für den optimalen Wetterschutz der 300 Hektar großen Rebfläche. Diese ist von der Größe in etwa vergleichbar mit dem New Yorker Central Park. „Der ist nur 50 Hektar größer“, erklärt Geschäftsführer Dr. Bastian Klohr. Den 35-jährigen Vater von Zwillingen lernte ich per Instagram auf einem der vielen Weinfeste der „Weinbiet Manufaktur“ kennen. Als er die Instagram-Story eines zerbrochenen „Weinbiet“-Weinglases inklusive unserer Entschuldigung sah, bot er meinen Freunden und mir sofort Nachschub an – den wir natürlich dankend angenommen haben.

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Der 554 Meter hohe Berg namens Weinbiet der zum Mittelgebirgszug Haardt am Ostrand des Pfälzerwaldes gehört gibt der Manufaktur ihren Namen.    Fotocredit: WEINBIET MANUFAKTUR

Bei Weinfesten und auch allen anderen Veranstaltungen der „Weinbiet Manufaktur“ fühlt man sich wie zu Hause. Beispielsweise, wenn man eine Weinschorle direkt an der Theke neben der Traubenannahme ordern kann. Bastian Klohr beschreibt die „Weinbiet Manufaktur“ so: „Wir sind ein offenes und transparentes Unternehmen, das versucht, Weine in die Flasche zu bekommen, die Spaß machen und trotzdem eine eigene Handschrift haben.“ In jedem Herbst hat die Manufaktur sogar zehn Wochen am Stück täglich für Besucher geöffnet. Samstags mit Live-Musik und etwas zu essen zum Wein.

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In der Vinothek der Manufaktur kann man nicht nur Wein kaufen, sondern auch vorab probiere.    Fotocredit: WEINBIET MANUFAKTUR

Aber nochmals alles zurück auf Anfang. Aufgrund der aktuellen Si­tuation fallen derzeit natürlich diverse Weinfeste und -wanderungen flach. Daher hatte die Winzergenossenschaft „Weinbiet Manufaktur“ die Idee, wenigstens die Weinproben nicht komplett ausfallen, sondern sie einfach per Videochat stattfinden zu lassen. Hierfür haben Freunde aus Mußbach dem Küchenabschnittsgefährten und mir ein Weinpaket passend zur Spargel-Weinprobe zugeschickt. Die Weinpakete zu den bevorstehenden Weinproben kann man selbstverständlich ganz einfach über den Onlineshop bestellen. Passend zu den Weinen gab es vorab zwei Rezepte zum Nachkochen. Zur Auswahl standen ein Spargel-Erdbeer-Salat oder ein Spargelrisotto.

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Zur Spargelweinprobe gibt es insgesamt sechs Weine, davon vier Gutsweine: Grauburgunder, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Blanc de Noir. Allesamt ausgezeichnet mit zwei Eseln. „Je mehr Esel, desto besser“, erklärt Bastian Klohr zu Beginn der Online-Weinprobe. Er fügt hinzu, dass die Kennzeichnung in Form von Eseln daherkommt, dass die wichtigste Weinbaulage der Manufaktur als Eselshaut bezeichnet wird und das geheime Maskottchen von Mußbach der Esel ist.

Zudem findet sich im Paket auch noch der trockene Riesling „Herrenletten“, der mit drei Eseln ausgezeichnet ist. Mein absoluter Favorit – da ich diesen Wein von einer Weinprobe zuvor bereits kenne – ist der sechste Wein, wie schon zu Beginn erwähnt: „Weißburgunder & Chardonnay“. Ganz nebenbei momentan auch einer der Favoriten von Bastian Klohr, weil diese super-leckere Cuvée besonders viel Herzblut erfordert hat. Hierfür werden beide Rebsorten, Weißburgunder und Chardonnay, vom Kellermeister Patrick Öttl getrennt ausgebaut und anschließend vereint. „Das Ergebnis war mega“, berichtet Bastian Klohr sichtlich stolz.

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Von links nach rechts: Kellermeister Patrick Öttl, Geschäftsführer Bastian Klohr, Verkaufsleiter Andreas Stachel    Fotocredit: MELHUBACH PHOTOGRAPHIE

Nach der Lese wurden der Weißburgunder und der Chardonnay in verschiedenen Gebinden vergoren. Nicht nur in Edelstahlfässern, sondern zum Teil auch in Holzfässern. Im Anschluss trafen sich Kellermeister Öttl und Geschäftsführer Klohr, um das perfekte Mischverhältnis für die erste offizielle Füllung des „Weißburgunder & Chardonnay“ zu finden. „Da muss dann schon mal einiges probiert werden – learning by drinking“, scherzt Bastian Klohr.

Genau dieses Motto verinnerlichen auch wir zusammen mit Freunden – natürlich, wie es sich derzeit gehört, aus nur aus einem weiteren Haushalt – am Abend der Online-Weinprobe. Wir starten mit einem Klassiker, dem Grauburgunder. Ich muss gestehen, dass ich so lange keinen Grauburgunder mehr getrunken habe, dass ich fast vergessen habe, wieso dieser Rebsorte nachgesagt wird, dass sie nahezu immer geht. Für 5,50 Euro pro Flasche kann man mit diesem Tropfen ganz und gar nichts falsch machen. Mit seiner leicht nussigen Note und einer ganz milden Säure, die fast schon cremig wirkt, kann man getrost einen ganzen Abend rumbekommen.

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Zu Beginn der Online-Weinprobe sind alle Teilnehmer im Videochat noch etwas zurückhaltend. Aber Bastian Klohr lockert die Runde super mit seiner entspannten Art auf. Nach dem zweiten Wein, dem Chardonnay, trauen sich die ersten, auch ein paar Fragen zu stellen oder in den dazugehörigen Chat zu schreiben. Von einem Teilnehmer lese ich: „Dieser Chardonnay hat doch ein Bouquet aus Erdbeeren.“ Ich dagegen rieche keine Erdbeeren heraus, sondern interpretiere den Duft in Richtung exotische Früchte und sogar etwas blumig. Aber das ist das Spannende an jeder Weinprobe. Man lernt voneinander und riecht und schmeckt Dinge, die man allein gar nicht erkennen würde. Klohr erklärt uns zu diesem Wein, dass er eine ausgeprägte Aromatik habe, sehr duftintensiv und dennoch erfrischend sei.

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Wir machen weiter mit einem trockenen Sauvignon Blanc. Dieses Mal schreibt niemand im Chat, sondern wir hören und sehen einen Teilnehmer, der stolz ruft: „Ich schmecke Maracuja.“ Womit dieser Teilnehmer nicht ganz falsch liegt. Klohr erklärt uns und den weiteren knapp 30 Teilnehmern, wenn an den Reben eine Entblätterung stattfindet und die Trauben mehr Sonne als gewöhnlich abbekommen, entstehen diese exotischen Aromen. So kann man schon vor der Ernte den Geschmack in die gewollte Richtung lenken.

Übrigens braucht man nicht für jeden Wein ein neues Glas, sondern hier hilft, wie ich bei einer anderen Weinprobe in der „Fruchteria“ in Saarbrücken vom leider verstorbenen Sommelier Klaus Ruffing lernen durfte, ein sogenannter Schwenkerschluck. Nach dem letzten Schluck vom vorangegangen Wein schenkt man sich einen kleinen Schluck vom nächsten Wein ein, schwenkt damit durchs Glas und trinkt aus. So ist das Glas bestens auf den nächsten Wein vorbereitet.

Top vorbereitet kommen wir also zum vierten Wein des Abends, dem Blanc de Noir. Wie der Name schon sagt, wird dieser Weißwein aus roten Trauben gekeltert. Im Inneren der roten Trauben befindet sich helles Fruchtfleisch, das dem Blanc de Noir beim Pressen seine Farbe verleiht. Mit seiner erfrischenden Säure macht er sich super zu diversen Spargelgerichten.

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Unser vorletzter Wein ist ein Riesling – die wichtigste Rebsorte der „Weinbiet Manufaktur“. Sie macht 30 Prozent des gesamten Rebsortenspiegels aus. Im Übrigen hat die Pfalz die größte Riesling-Anbaufläche in Deutschland. Wir probieren einen Riesling aus der Weinlage „Haardter Herrenletten“. Die Reben liegen am Haardtrand und wachsen auf sehr kalkhaltigem Boden. Durch den hohen Kalkgehalt wird die Säure im Riesling sehr gut abgepuffert, was diesen Wein zu einem tollen Begleiter für einen ganzen Abend macht. Für sechs Euro pro Flasche eine sehr gute Wahl.

Im Weinkeller werden drei Millionen Liter Wein pro Jahr produziert – etwa Riesling vom Haardter Schlossberg

Im Weinkeller werden drei Millionen Liter Wein pro Jahr produziert – etwa Riesling vom Haardter Schlossberg    Fotocredit: WEINBIET MANUFAKTUR

Zum Abschluss der Weinprobe weiß ich, dass auch im direkten Vergleich mit fünf weiteren Weinen mein Favorit der „Weißburgunder & Chardonnay“ bleibt. Es ist aber richtig spannend zu erleben und zu schmecken, welcher Wein unsere Pasta mit grünem Spargel, Tomaten und Parmesan wie unterstützt und abrundet. Die Online-Weinprobe kann ich jedem Weinliebhaber, aber auch Weinneulingen wärmstens empfehlen, denn dabei kann man so viel lernen, dass ich am liebsten an jeder Weinprobe teilnehmen würde. Ein Probenpaket schwankt je nach Zusammenstellung zwischen 39 und 47 Euro inklusive der Online-Weinprobe. Gut investiertes Geld in tolle Weine und einen schönen Abend. Und als ultimativen Katertipp gibt uns Bastian Klohr scherzend zum Abschluss mit auf den Weg: „Trinkt einfach den richtigen Wein.“

 

Weinbiet Manufaktur eG
An der Eselshaut 57
67435 Neustadt/Weinstraße
Telefon 06321-67970
info@weinbiet.de
www.weinbiet.de

Eine kleine Auswahl von „Weinbiet“-Weinen gibt’s unter anderem bei Globus, Edeka und Wasgau.

Kommende Termine:

Die Printversion gibts in FORUM-Ausgabe 25/2020 – und auf der FORUM-Website.