Unterwegs

Big Cookie – Großer Keksgenuss

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{Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung} Die Produkte von „Big Cookie“ tragen ihren Namen zu Recht. Stolze 250 Gramm bringt ein Exemplar der gar nicht mal so süßen Versuchungen auf die Waage. Produziert und vertrieben werden sie vom Ehepaar Sünder in Bous bei Saarlouis.

Der Kern unserer Cookies muss ,chewy‘ und weich sein“, verrät mir Ilka Sünder, während ihr Mann Thorsten Sünder einen der Cookies in der Mitte durchbricht. „Chewy“ was? Wem das Wort im Zusammenhang mit Cookies nichts sagt, wird der Begriff natürlich gern erklärt. Wörtlich übersetzt bedeutet „chewy“ weich und zäh – und genau so sollen richtige „Big Cookies“ im Inneren sein.

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Ilka und Thorsten Sünder haben sich in der Krise neu und „Big Cookie“ als Geschäftsidee erfunden | Credits: Jennifer Weyland

15 verschiedene Sorten derzeit im Sortiment

Aber zurück zum Anfang. Ich bin in Bous, ganz in der Nähe von Saarlouis, um mich mit dem Ehepaar Sünder in der Produktionsstätte von „Big Cookie“ zu treffen. Hier produzieren die beiden seit Anfang Oktober vergangenen Jahres gemeinsam stolze 250 Gramm schwere Cookies. Diese gibt es aktuell in 15 verschiedenen Sorten. In saarländischen Supermärkten gibt es diese regionale Süßigkeit leider noch nicht zu kaufen, aber im Onlineshop kann man sie ganz einfach schon ab einem Stück bestellen. Ich empfehle aber, direkt mindestens zwei Cookies zu bestellen, dann lohnen sich die Versandkosten viel mehr. Wer aus dem Raum Saarlouis und Umgebung kommt, kann natürlich auch einfach vorbeifahren und sich am Automaten (Nachtrag am 01.08.2021: Automat aktuell außer Betrieb) direkt vor der Produktionsstätte bedienen – natürlich gegen Bezahlung. Direkt an der Hauptdurchfahrtsstraße gelegen ist „Big Cookie“ kaum zu verfehlen.

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Hier wird der Teig für 250 g schweren Cookies hergestellt | Credits: Jennifer Weyland

Ich muss gestehen, bisher kannte ich solche riesigen Cookies überhaupt nicht. Selbst als Foodbloggerin bleibt mir augenscheinlich einiges verborgen. Die beiden klären mich auf, dass es solch eine Art Cookie natürlich schon lange in Amerika, aber beispielsweise auch in Österreich gibt. Durch diese haben sie sich während des ersten Lockdowns im vergangenen Jahr probiert, denn zu dieser Zeit waren die beiden praktisch arbeitslos. Ihr erst im Oktober 2019 eröffnetes Kosmetikinstitut musste aufgrund der Pandemie schließen. Das Institut bot ein großes Angebot an Mentalcoaching, Hypnose und natürlich Kosmetikbehandlungen. Das alles sei bei der Kundschaft richtig gut angekommen, betonen die beiden, und es gab auch jede Menge Zukunftspläne und Ideen. Letztlich musste sie aber nach drei Monaten im Lockdown die Reißleine ziehen und neue Pläne schmieden, um in dieser schwierigen Phase ihren Lebensunterhalt zu sichern. Ihre Selbstständigkeit wollten sich Ilka und Thorsten Sünder erhalten, aber gleichzeitig ein Unternehmen gründen, das krisensicher ist. Und ihre Kunden sollten dabei genauso glücklich gemacht werden können wie zuvor.

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Die Cookies gibt es in vielen verschiedenen Sorten | Credits: Jennifer Weyland

Nicht die dümmste Idee, denn wie viele aus meinem Umfeld kann auch ich behaupten, dass in Zeiten einer Pandemie leckeres Essen für viele glückliche Momente sorgen kann. So lag die Idee, eine kulinarische Manufaktur zu gründen, nahezu auf der Hand. Zwar hatten beide keinerlei professionelle Ausbildung in der Lebensmittelbranche, dies sollte sich aber mithilfe der Handwerkskammer schnell ändern lassen. So haben die Sünders, um in Deutschland Backwaren verkaufen zu dürfen, Lehrproben absolviert und Gutachten darüber erstellen lassen. „Das Thema Hygiene war dank unserer Vorgeschichte nichts Neues für uns“, erklärt die 52-jährige Geschäftsführerin. So waren der Gang zur IHK und dem Gesundheitsamt allenfalls kleine Stolpersteine auf dem Weg zur neuen Firmengründung.

Firmengründer wollen groß durchstarten

Aus wirtschaftlichen Gründen müssen sie aktuell zwar noch „kleine Brötchen beziehungsweise Cookies“ backen, dennoch haben sie sich hohe Ziele gesteckt. Sie träumen davon, „Big Cookie“ irgendwann zu einem Franchise-Unternehmen ausbauen zu können. Und auch, dass der Begriff „BigCookie“ zu einem Synonym für jegliche Art von Cookie wird. „Es sagt ja auch niemand, dass er ein Taschentuch braucht, sondern ein ,Tempo‘“, fügt Ilka Sünder scherzhaft hinzu. Wir dürfen also gespannt bleiben, wie groß „Big Cookie“ letztlich wird und welch kreative Sorten uns künftig noch erwarten.

In jeder freien Minute tüfteln die beiden Firmengründer an neuen Sorten, geschmacklichen Kombinationen oder auch an Toppings. Beispielsweise für einen Cookie namens „Apple Zwirl“, den es im kommenden Herbst oder Winter im Sortiment geben soll. Diesen Cookie gibt es dann mit einer Apfel-Zimt-Füllung und obendrauf als Topping ein paar Streusel. Klingt lecker, würde ich am liebsten sofort probieren.
Big Cookies“ kann man im Übrigen super teilen. „Einen Cookie einfach auf vier Personen aufteilen – und man hat einen leckeren Nachtisch“, empfiehlt Ilka Sünder. Dazu passen eine Kugel Eis oder Vanillesoße. Einige ihrer Kunden haben ihr sogar schon Feedback gegeben, das auch Marmelade super dazu harmoniert. Besonders gut schmecken die Cookies, wenn man sie vor dem Verzehr noch kurz im Backofen oder in einer Mikrowelle erhitzt. Das muss ich mir für den nächsten Cookie unbedingt merken!
Lagern sollten die Cookies hingegen am besten im Kühlschrank. Ohne Füllung sollten sie innerhalb von 14 Tagen aufgegessen werden, mit innerhalb von zehn Tagen, lautet die Empfehlung der beiden. „Das ist wie bei frischen Kaffeestückchen vom Bäcker, die halten sich ja auch nicht ewig“, fügt die Geschäftsführerin hinzu. Mit Füllung empfiehlt Thorsten Sünder einen seiner Favoriten, den man unbedingt probiert haben muss: „Creamy Triple Choc“. Dieser Cookie besteht aus einem hellen Teig, drei verschieden Sorten Schokolade und ist gefüllt mit einer leckeren Haselnusscreme.

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Im Kern dieser Cookies befindet sich eine cremige Haselnussfüllung | Credits: BigCookie

Ich höre schon förmlich Kommentare wie etwa „das wäre mir aber viel zu süß“. Dass das aber tatsächlich nicht so ist, darauf achtet das Ehepaar ganz besonders. Die vorab verkosteten Cookies der Mitbewerber waren den beiden nämlich selbst viel zu süß. Entsprechend haben sie den Ansporn, ihre eigenen Cookies besser und mit einer perfekt ausbalancierten Süße herzustellen. Funktioniert, wie ich selbst erleben durfte. Die Cookies, die ich probiert habe – etwa den veganen im Sortiment – waren überraschend „unsüß“. Für mich genau richtig!
Aber nicht nur süßliche Cookies bekommt man bei „Big Cookie“. „Unsere Cookies sind sehr wandelbar und vielfältig“, erzählen die beiden. „Wir haben zum Beispiel die ,Handtaschen-Pizza‘ erfunden“, fügt Thorsten Sünder stolz hinzu. Dabei handelt es sich um den Cookie namens „Calzonetti“. Auf der Website heißt es „Cookie mal anders“, denn bei diesem herzhaften Exemplar wird der Cookie-Teig kurzerhand durch einen Hefeteig ersetzt, dem Parmesan und italienische Kräuter hinzugefügt werden. Wer sich bis zum Inneren des „Calzonetti“ durchschnabuliert hat, wird auf einen Kern aus Tomatencreme stoßen. Der perfekte Cookie für die Mittagspause, denn kurz erwärmt soll auch dieser sehr gut schmecken.

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Der Versand wird sorgfältig vorbereitet, sodass die Cookies die Kunden wohlbehalten erreichen  |  Credits: Jennifer Weyland

Wem ein ganzer Cookie dann doch zu viel ist, hat Glück. Alle Cookies sind einzeln in einem wiederverschließbaren Ziplock-Beutel, der aus PET besteht und nachhaltig produziert wird, verpackt. So kann man getrost mittags die eine Hälfte und abends die restliche Hälfte vernichten.
Eins haben aber alle Cookies gemeinsam: Sie werden alle aus Weizenmehl aus dem Bliesgau zubereitet. Die verwendete Butter ist sogar vegan und Bio zertifiziert. Apropos vegan, der vegane „Big Cookie“ besteht aus Cranberries, dunkler Schokolade und Walnüssen. Für diesen Cookie wird sogar ein spezielles Mehl verwendet. Welches, wollte mir Thorsten Sünder aber leider nicht verraten: strenges Betriebsgeheimnis.

Zum Abschluss unseres Treffens durfte ich noch einen Prototyp zum Probieren mit nach Hause nehmen. Und was soll ich sagen? Ein leicht gekühlter „Big Cookie“, der an einen Schwarzwälder-Kirschtorte angelehnt ist, da kann nicht viel schiefgehen. Hoffentlich schafft er’s ins feste Sortiment, sodass wir alle in den Geschmack kommen können. Der teuerste Cookie kostet übrigens 5,39 Euro. Fraglos ein stolzer Preis, aber probieren sollte man sie als Cookie-Fan in jedem Fall.

 

Big Cookie
Saarbrücker Straße 63
66359 Bous
hello@bigcookie.de
www.bigcookie.de

Die Printversion gibts in FORUM-Ausgabe 30/2021 – und auf der FORUM-Website.